Europa verfügt über zahlreiche Reiseziele, doch ein Land zieht jedes Jahr deutlich mehr Besucher an als alle anderen. Mit schätzungsweise 102 Millionen Gästen im Jahr 2025 bleibt Frankreich nicht nur das meistbesuchte Land Europas, sondern weltweit. Zum Vergleich: Das sind rund 5 Millionen mehr als Spanien, das 2025 fast 97 Millionen Touristen begrüßte (AP News). Laut Atout France, der nationalen Tourismusentwicklungsgesellschaft des Landes, stiegen die Übernachtungen im Jahr 2025 um 7,5 % gegenüber 2024, während der Tourismusumsatz um 9 % zulegte. Die Tourismusministerin Olivia Grégoire sagte zur Beliebtheit Frankreichs via ETIAS: „Frankreich bleibt das führende Reiseziel für internationale Reisende. Das Wachstum des Tourismusumsatzes belegt die starke Anziehungskraft der Kultur, der Gastronomie und der Reiseerlebnisse des Landes.“
Während Paris weiterhin die meistbesuchte Stadt Frankreichs ist, strömen Touristen zu ikonischen Sehenswürdigkeiten wie dem Eiffelturm und dem Louvre, kombinieren ihre Besuche aber auch mit Ausflügen in andere bedeutende Städte und regionalen Entdeckungstouren. Die französischen Alpen, die Atlantikküste und die Côte d’Azur an der südlichen Mittelmeerküste gehören zu den dauerhaft beliebten Reisezielen. Doch nationale Tourismuskampagnen ermutigen ebenso dazu, auch weniger bekannte Regionen Frankreichs zu entdecken. Dank der reichen Vielfalt seiner 18 Regionen mit 101 Départements (einschließlich Übersee) ist es kein Wunder, dass Besucher ins Land strömen.
Warum jedes Jahr Millionen von Touristen Frankreich wählen
Angesichts der Tatsache, dass sich das gesamte Land wie in Texas hineinstellen lässt, besticht Frankreich durch eine unglaubliche kulturelle und geographische Vielfalt, die sich in seiner vergleichsweise kompakten, sechseckigen Form zeigt. Von einer Küste zur anderen kann man von historischen Schlachtfeldern an der Normandieküste über das sonnenverwöhnte Mittelmeer bis zu UNESCO-Welterbestätten und preisgekrönten Weingütern gelangen. Hinzu kommen Lavendelfelder, einer der höchsten Berge Europas, und architektonische Zeugnisse vergangener Jahrhunderte – und das ist nur ein Bruchteil des Angebotenen. Jede Region wirkt wie ein eigenes Miniaturland mit eigenen Traditionen, Spezialitäten und teils eigener Sprache.
Frankreich grenzt an acht weitere Länder im europäischen Festland, und dank eines ausgedehnten Schienennetzes sind viele dieser Orte bequem erreichbar. Täglich befördert das Netz mehr als 5 Millionen Passagiere, was es zu einem der meistgenutzten Eisenbahnnetze Europas macht. Dank der Hochgeschwindigkeitszüge TGV gelangen Sie von Paris aus in weniger als vier Stunden nach Marseille. Das ist gerade lang genug, um Ihr Wissen über die französische Geschichte aufzufrischen – ein weiterer Grund, warum Frankreich bei Touristen so beliebt ist. Geschichte begleitet Sie, wohin Sie auch gehen. Nirgendwo deutlicher als in den Plus Beaux Villages de France, einer Auszeichnung, die mehr als 180 Dörfer außergewöhnlicher Schönheit im ganzen Land zuteilwurde.
Auf größerer Ebene bietet Frankreich eine Fülle von unbedingt sehenswerten Schlössern, darunter der Palast von Versailles – das meistbesuchte Schloss Frankreichs. Und natürlich gibt es auch Essen und Wein zu entdecken. Von der Einfachheit, eine frisch gebackene Baguette aus der örtlichen Bäckerfiliale zu genießen, bis hin zum Michelin-Sterne-Erlebnis inmitten von Lyon – Frankreich gilt deshalb als eines der weltweit führenden kulinarischen Reiseziele.
Wie Frankreich dem Über-Tourismus begegnet
Paris ist dank eines Übermaßes an Museen, Galerien und historischen Wahrzeichen die meistbesuchte Stadt Frankreichs. Bei so vielen Hotspots an einem Ort wundert es nicht, dass die Hauptstadt in den letzten Jahren unter Über-Tourismus leidet: Infrastruktur wird belastet und das lokale Leben leidet. Bewohner des historischen Montmartre am Hang haben laut France24 Bedenken wegen Überfüllung geäußert, und die starken Besucherzahlen am Mont Saint-Michel in der Normandie haben Fragen zur Besucherlenkung und zur Zerbrechlichkeit der Anlage aufgeworfen.
Doch trotz alldem ist es Frankreich gelungen, die anti-touristischen Proteste weitgehend zu vermeiden, die sich in Spanien, Portugal und Italien ausgebreitet haben. Das verdankt sich vor allem dem langjährigen Engagement Frankreichs für nachhaltigen Tourismus. Dank der zehjährigen Destination-France-Strategie investiert die Regierung in verantwortungsvolleres Reisen. Dazu gehört, Besucher dazu zu ermutigen, über die üblichen Touristen-Hotspots hinauszuschauen, Bahnreisen statt Kurzstreckenflüge zu nutzen und den Tourismus in weniger besuchten Regionen auszubauen.
Der Plan zahlt sich bereits aus. Der Tourismus in Frankreich ist nicht saisonal gebunden; Besucher kommen das ganze Jahr über, was dazu beiträgt, die Zahlen im ganzen Land zu verteilen. Dank der vorausschauenden Strategie, längere Aufenthalte und kleinere Besuchermengen zu fördern, bietet Frankreich weiterhin ein angenehmes Erlebnis für Touristen, während es zugleich seine kulturelle und historische Identität bewahrt. Veronica Diquattro, Präsidentin B2C und Supply bei Omio, erklärte gegenüber Euronews: „Der Fokus liegt nun darauf, die Qualität der Tourismuserlebnisse zu verbessern, Besucherzahlen über das ganze Jahr zu verteilen, um dem Über-Tourismus entgegenzuwirken, und ökologische, digitale, soziale sowie inklusive Tourismuspraktiken stärker zu betonen.“

