„Rhythm changes“ – das könnte das inoffizielle Motto des Benefizkonzertes für die Indiohilfe Ecuador gewesen sein, welches am vergangenen Freitag im Rahmen des Puchheimer Stadtfestes zum 14. Mal stattfand. Vertraute Dinge trafen auf Ungewohntes. Vertraut war zunächst einmal die Gruppe „Leño Verde“, die seit vielen Jahren fester Bestandteil der Benefizkonzerte ist. Pünktlich um 19:15 Uhr erfüllte das Ensemble die Sommerluft mit Flötenklängen und Gitarrenakkorden und entführte das Publikum in die Welt Südamerikas. Gedanken von weiten Ebenen kamen auf, in denen die Luft vor Hitze flimmert.

Eine Vorstellung, die im starken Kontrast zu den äußeren Bedingungen des Konzertes stand. Denn das Konzert fand nicht – wie gewohnt – im Konzertsaal statt, sondern auf einer Bühne im Freien. Bis zuletzt hatten die Veranstalter gebangt, ob das Konzert zumindest im Trockenen stattfinden kann. Nass geworden ist beim Konzert niemand, doch die Temperaturen fielen auf fast winterliche Werte. Davon ließ sich keiner der Zuschauer abschrecken und wurde mit dem Stargast des Abends belohnt – als Ximena Mariño ihre Stimme erhob, erfüllte sie vom ersten Ton an die kalte, klare Luft des Sommerabends mit herzerwärmender Sanftheit. Die Lieder erzählten Geschichten – von Traurigkeit, Verlust, aber auch von Hoffnung, Liebe und Wiedergeburt.
Ein weiteres Novum war die Newcomer-Band „nähmaschinenQuartett“ – eine Gruppe junger Musiker, die mit ihren jazzigen Klängen einen weiteren Akzent in das Programm setzten. Sie spielten an diesem Abend in für sie ungewohnter Besetzung – zwei der vier Musiker halfen aus, wovon der Zuschauer nichts merkte. Routiniert und zugleich voller Hingabe spielten sie ihre Stücke. Lieder, die mit einzelnen Percussion-Rhythmen begannen und sich zu A-Capella-Teppichen entwickelten. Sphärische Klänge wurden von Bossa Nova-Rhythmen unterbrochen und unterstrichen die Festival-Atmosphäre des Konzertes.
Die Beharrlichkeit der Zuhörer wurde durch die Zugabe belohnt, in der alle Musiker gemeinsam improvisierten und mit ihrer Leidenschaft in der kühlen Luft der Sommernacht die Herzen mit Wärme erfüllten.
Die Besucher des Konzertes würdigten das Engagement aller Beteiligten mit 4013 Euro Spenden, die – ohne jeden Abzug – in voller Höhe der Indiohilfe Ecuador zugutekommen. Sie ist eine nur über Spenden finanzierte private Hilfsorganisation, die seit 35 Jahren jungen Indios zu Bildung und Ausbildung verhilft. Seit 2015 wird auch mittellosen Erwachsenen eine Berufsausbildung angeboten. Bei der Auswahl der Berufe orientiert sich die Organisation am Bedarf auf dem Arbeitsmarkt. Ausgebildet werden vor allem Elektriker, Mechaniker, Schweißer, Schreiner, Metzger und Bäcker. Hinzu kommen Hauswirtschaftskurse (Kochen, Backen, Kinderpflege, Haushaltsführung, gesunde Ernährung aus eigenem Anbau).
Die Ausbildung in Form von Blockunterricht dauert zwischen einer Woche und drei Jahren. 2015 haben 767 Männer und Frauen diese Angebote genutzt. In der Landwirtschaft ergeben sich durch den fortschreitenden Klimawandel neue Aufgaben (Suche resistenterer Samen für Trockenperioden, Anlage von Wasserreservoirs). Kurse über Tierhaltung, insbesondere Schafzucht, ermöglichen den Indios Erwerb, Aufzucht und gewinnbringenden Verkauf der Tiere. Im Rehabilitationszentrum wird behinderten Kindern, Jugendlichen mit Suchtproblemen, Kranken und älteren Menschen kostenlos geholfen (die Regierung kürzt Sozialleistungen regelmäßig).
Die ehrenamtlich geführte Stiftung lässt alle Spenden – auch den Erlös aus dem Benefizkonzert – ohne jeden Abzug in die Arbeit vor Ort fließen. Zahlreiche Indios bedanken sich regelmäßig für die großartige Unterstützung!
Info: Inge Greiter, Tel. 089 800 11 97
Veranstalter: Stadt Puchheim und Kulturverein Puchheim e.V.
Spendenkonto: Sparkasse Ndb.-Mitte, Kto. 240 260 000, BLZ 742 500 00, IBAN: DE 62 742 500 000 240 260 000, BIC: BYLADEM 1 SRG
Vom Finanzamt anerkannte Spendenquittungen können ausgestellt werden.
Bericht: Stadt Puchheim und Kulturverein Puchheim e.V.
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