Nicht Bryce Canyon, Nicht Canyonlands: Dieser Nationalpark besitzt die meisten natürlichen Felsbögen

Not Bryce Canyon, Not Canyonlands: This National Park Has The Most Natural Stone Arches

5. August 2026





Die Natur ist eine produktive und geduldige Bildhauerin, die während vulkanischer Eruptionen neue Landmassen schafft und über Millionen von Jahren durch Wasser- und Winderosion wieder abschleift. Im Südwesten der Vereinigten Staaten haben natürliche Kräfte einige der surrealsten Felsformationen der Erde hervorgebracht: kompakte Hügel, flach aufragende Mesas, feuerfarbene Strudel und Türme – und vielleicht der kühnste von allen: perfekt ausgeführte, manchmal riesige Steinbögen.

Eine hervorragende Möglichkeit, den Natursteinbögen aus der Nähe zu begegnen, bietet eine epische Autoreise durch einige der Nationalparks Utahs. Rund ein Dutzend Bögen sind im Bryce Canyon National Park bekannt, und im Canyonlands National Park gibt es eindrucksvolle 80. Doch ein Park hebt sich von allen anderen ab. Der Arches National Park beherbergt rund 2.000 dokumentierte Bögen – die höchste Konzentration weltweit. Manche Bögen überspannen mehr als 90 Meter.

Die Sandsteinformationen hier entstehen überwiegend durch Wasserinfiltration und Erosion, wodurch sich Gesteinsschichten lösen, buckeln, reißen und sich auflösen. Mit der Zeit entfalten diese Prozesse die Bögen in aller Pracht und demonstrieren, wie beständig Veränderung ist. Weil die Erosion fortbesteht, befinden sich die Bögen in einem ständigen Wandel. Alte Bögen stürzen ein, während neue langsam entstehen. Mit anderen Worten: Der Park, den Sie heute sehen, könnte morgen schon wieder anders aussehen.

Arches National Park’s most celebrated arches

In der aktuellen Ausprägung des Parks zeichnen sich einige Bögen durch bemerkenswerte Größe und Schönheit aus. Einer davon kennen Sie vielleicht aus Utahs Kennzeichen: Delicate Arch, der berühmteste Bogen des Parks und auch weltweit bekannt. Die Öffnung unter diesem Bogen misst rund 14 Meter in der Höhe und ca. 9,8 Meter in der Breite, was ihn zum größten freistehenden Bogen des Parks macht. Es ist möglich, direkt zu diesem erstaunlichen Steinbogen auf einem moderat anspruchsvollen Rundweg von etwa 4,8 Kilometern Hin- und Rückweg zu wandern, der unterwegs Petroglyphen und eine Hütte passiert. Die Aussicht, ihn aus der Nähe zu erleben, ist noch überwältigender: Ein roter Steinbogen, der den blauen Himmel, die Wüste und die entfernten La-Sal-Berge rahmt – ein Anblick, der fast heilig wirkt, so beeindruckend ist er.

Ein weiteres Highlight des Parks ist der Landscape Arch. Dieses Felsband schiebt sich mit einer Spannweite von etwa 93 Metern als längster Bogen im Park durch die Luft und scheint magisch zu schweben. Doch dieses Wunder erregte auch Warnzeichen: 1991 hörten Beobachter Knackgeräusche, und ein Teil des Landscape Arch brach ab und fiel zu Boden. Einer der Zeugen, Michael Müller, berichtete in einem von der National Park Service bereitgestellten Bericht Folgendes: „Der Sandstein kam erst zur Ruhe, als ein größerer Brocken mit lautem Krachen herabfiel und den Stress entlastete.“ Er ergänzte: „Ich konnte das Erdbeben spüren, weil ich nur etwa 60 Meter über dem Aufprallort stand und 80 Meter entfernt war. Für einen Moment fühlte ich mich gelähmt.“ Wissenschaftler überwachen zwar kontinuierlich alle Bögen, planen aber keine Maßnahmen, um die weitere Verschlechterung von Landscape oder anderen Bögen zu verhindern. Die Natur geht ihren Gang in diesem Park – wie in vielen anderen – und genau das ist einer der Gründe, warum wir sie so schätzen.

Top experiences in and around Arches National Park

Auf einer Fahrt durch den Park lässt sich die spektakuläre Kulisse oft direkt aus dem Fahrzeug heraus bestaunen. Doch die Nahansichten der Bögen bleiben deutlich länger in Erinnerung als der Blick aus der Ferne. Wie oben beschrieben, sind viele Bögen und weitere Felsformationen über kurze, relativ einfache Wanderwege erreichbar. Neben den Wegen zu Delicate Arch und Landscape Arch lohnt sich der ungefähr eine Meile lange Windows Trail, der durch eine der landschaftlich schönsten Regionen des Parks führt und ikonische Bögen wie North Window, South Window und Turret Arch passiert.

Auch andere Landschaften des Parks sind faszinierend, darunter die Fiery Furnace – ein skurriles, einzigartiges Abenteuer im Arches-Nationalpark. Es handelt sich hierbei um eine 2,2-Meilen-Schleife durch ein Labyrinth aus rotem Gestein, ohne eindeutig markierte Wege. Für eigenständige Wanderer ist hier eine Genehmigung nötig; ansonsten lässt sich von Frühjahr bis Herbst eine geführte Tour mit einem Ranger organisieren.

Der nächstgelegene größere Flughafen zum Arches-Nationalpark ist der Salt Lake City International Airport (SLC) in Utah, etwa 378 Kilometer nordwestlich des Parks. Von dort ist ein gemietetes Fahrzeug am praktischsten, denn es ermöglicht die Freiheit, alles in der Umgebung zu entdecken. Innerhalb des Arches-Nationalparks besteht die Möglichkeit zum Camping – im Devils Garden Campground. Wer zwischen dem 1. März und dem 31. Oktober campt, sollte im Voraus reservieren; andernfalls gilt das Prinzip ‚Wer zuerst kommt, mahlt zuerst‘. In der näheren Umgebung bietet Moab eine breite Palette an Restaurants und Unterkünften – eine Oase in der Wüste, nur etwa acht Kilometer vom Park entfernt.



Lukas Reinhardt