Eines der günstigsten Reiseziele Europas 2026: Wo der US-Dollar lange reicht

This Is One Of Europe's Most Affordable Destinations In 2026 Where The US Dollar Goes A Long Way

3. Mai 2026

Auf die eine oder andere Weise spüren wir alle die gestiegenen Kosten der letzten Monate. Die Lebensmittelrechnungen scheinen über Nacht zu verdoppeln, und der Kraftstoffpreis lässt einem fast die Tränen kommen. Für Reisende scheinen Träume von fernen Zielen weiter entfernt zu liegen, und Urlaube im Ausland geraten oft als Erste ins Wanken, wenn das Budget enger wird. Doch das muss nicht so sein.

Es gibt Reiseziele, bei denen der US-Dollar etwas weiter reicht als in den üblichen Touristenhochburgen – und so bleiben Urlaubspläne nicht auf der Strecke. Laut Condé Nast Traveler gehört Rumänien in Osteuropa 2026 zu den günstigsten Reisezielen. Dort gilt die Landeswährung Leu statt Euro. Das ist gute Neuigkeit für Budgetreisende, weil Alltagskosten hier niedriger liegen als in vielen Teilen der Eurozone, besonders wenn der US-Dollar-Index stark ist.

Das durchschnittliche Einkommen in Rumänien ist generell deutlich geringer, weshalb Unterkünfte, Restaurants und Verkehr ebenfalls erschwinglicher sind. Während Massentourismus und steigende Nachfrage in vielen Teilen Europas die Preise in die Höhe getrieben haben, richtet sich Rumäniens Preisstruktur nach den Bedürfnissen der Einheimischen. Zum Beispiel liegen die Lebenshaltungskosten in Frankreich, dem meistbesuchten Land Europas, etwa 81 Prozent höher als in Rumänien. In praktischen Reisekriterien bedeutet das: Eine Mahlzeit, die in einem französischen Restaurant rund 30 US-Dollar kostet, kostet in Rumänien eher rund 16 US-Dollar. Diese Differenz summiert sich bei längerem Aufenthalt rasch auf.

Rumänien auf Budgetreise

Rumänien hat mehr zu bieten als berüchtigte Grafen und gotische Legenden. Das Land grenzt an nicht weniger als fünf Nachbarn und hat eine Küste am Schwarzen Meer, während der größte Teil seiner südlichen Grenze von der Donau gebildet wird. Die berühmteste Region, Transsilvanien, liegt im Zentrum des Landes und wird von den Karpaten eingerahmt. Diese unterschätzte Urlaubsdestination ist bekannt für mittelalterliche Städte wie Brașov und Sibiu, abgelegene Dörfer mit Holzkirchen und uralte Burganlagen – die berühmteste davon ist Bran Castle, das lange mit Dracula in Verbindung gebracht wird. Es ist Rumäniens größte Touristenattraktion, doch die Eintrittspreise beginnen bei rund 7 USD, und es macht sich gut als Stopp auf einer Transsilvanien-Roadtrip.

Die Hauptstadt Bukarest ist gut mit anderen europäischen Städten verbunden, etwa Wien oder Istanbul, dank eines weit verzweigten Bahnnetzes. Doch der günstigste Weg, nach Rumänien zu gelangen, ist das Fliegen. Mehr als 60 europäische Ziele bieten Flüge zu sieben rumänischen Flughäfen an, der wichtigste davon ist der Bukarest Henri Coanda International Airport, nur etwa 18 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt. Hier trifft man auf eine Stadt mit einer Mischung architektonischer Stile und weniger Touristenmassen als in vielen west- und südeuropäischen Hauptstädten. Davon profitieren Reisende besonders, denn die Kosten für Unterkunft, Essen und Aktivitäten sind überschaubar. Hostels auf Plattformen wie Hostelworld beginnen oft schon bei rund 12 USD pro Nacht. Es gibt auch eine gute Auswahl an Airbnbs in der Stadt oder Gästehäuser, wenn man in die ländlicheren Regionen fährt.

Wie man in Rumänien günstig reist

Mit günstigen Optionen für Reisen – sowohl über längere Strecken als auch innerhalb des Landes – kannst du das durch sparsames Reisen Ersparte direkt nutzen. Dank des rumänischen Bahnsystems lassen sich Reisen auch für Nicht-Europäer bequem gestalten: Der Eurail Romania Pass ermöglicht unbegrenzte Zugfahrten über mehrere Tage hinweg sowie Ermäßigungen auf Unterkünfte und Attraktionen. Du kannst noch weiter sparen, indem du Taxishares oder das sogenannte „Taxi Grup“ nutzt und Busse vor Ort für Verbindungen zu entlegeneren Dörfern einsetzt. Das Mieten eines Autos ist oft eine teurere Option und in Rumänien nicht immer die sicherste Wahl, denn die Straßen verzeichnen eine der höchsten Unfallraten in Europa – ein Grund, lieber auf das Auto zu verzichten und zu wandern.

Wanderfreunde finden in Rumänien wunderbare Höhenwege, besonders in den Karpaten, der zweitgrößten Gebirgskette Europas, die mehr als die Hälfte des Landes bedeckt. Es gibt eine Vielzahl von Strecken, von gemütlichen Spaziergängen bis hin zu herausfordernden Anstiegen. Die Orientierung kann in den Bergen anspruchsvoll sein; daher ist es oft sinnvoll, sich von lokalen Führern begleiten zu lassen. Es gibt gute Wanderangebote, unter anderem durch lokale Anbieter wie Romanian Friend. Wanderkarten und Wegmarkierungen sind teilweise schwer zu folgen, und Rumänien beherbergt auch Europas größte Population an Braunbären – daher gilt: Gut ausgerüstet und vorsichtig unterwegs sein.

Wer in den Bergen verweilt, findet in vielen Dörfern familiengeführte Gasthäuser für rund 30 USD pro Nacht, häufig inklusive eines reichhaltigen, hausgemachten Abendessens. In höheren Lagen gibt es einfache Berghütten mit eingeschränkten Einrichtungen, die oft eine Vorbuchung erfordern. Und egal, wie günstig Mahlzeiten oder Transport auch sein mögen: Ein wenig Bargeld mitzuschleppen ist in abgelegenen Gebieten unerlässlich, da Kartenzahlungen außerhalb der Städte kaum funktionieren.

Lukas Reinhardt