Der Yellowstone-Nationalpark ist seit jeher ein fester Bestandteil der Wunschliste vieler Reisender, seit er 1872 zum ersten Nationalpark Amerikas erklärt wurde. Er erstreckt sich über mehr als 3.500 Quadratmeilen und zählt zu den größten und beliebtesten Nationalparks der USA. Hier befinden sich etwa die Hälfte der hydrothermalen Erscheinungen der Welt. Geysire wie Old Faithful schießen durchschnittlich alle 90 Minuten kochendes Wasser in die Luft. Heiße Quellen wie der Morning Glory Pool leuchten in bunten Farben, während Schlammteiche weiter blubbern. Angesichts der intensiven Geothermie unter der Oberfläche überrascht es kaum, dass Yellowstone ständig beobachtet wird.
Die neuesten wissenschaftlichen Forschungen des Institute of Geology and Geophysics der Chinesischen Akademie der Wissenschaften (IGGCAS) haben Schlagzeilen ausgelöst – Publikationen wie der New York Post schürten die Befürchtung unmittelbar bevorstehender Ausbrüche. Anstatt trockene Tiefen-Kammern mit flüssigem Magma zu finden, identifizierten die Forscher ein deutlich komplexeres Magmasystem, das direkt unter der Oberfläche brodelt. Entgegen der landläufigen Annahme beherbergt Yellowstone nicht einen einzelnen Vulkan, sondern ein Supervulkan-System. Wer Yellowstone besucht, betritt gewissermaßen die Yellowstone-Caldera, einen vulkanischen Krater von etwa 30 mal 45 Meilen (ungefähr 48 mal 72 Kilometer), der entstanden ist, als ein massiver Ausbruch riesige Magmamengen aus dem Magmenlager herausdrückte und der Boden daraufhin einstürzte.
Doch trotz alarmierender Schlagzeilen über eine unmittelbare Gefahr bleibt die Wahrscheinlichkeit, dass dieses neu entdeckte Magmasystem bei Ihrem nächsten Besuch im Park Zerstörung anrichtet, sehr gering. Der letzte Superausbruch, der die heutige Yellowstone-Caldera formte, liegt etwa 631.000 Jahre zurück. Seitdem gab es zahlreiche kleinere Ausbrüche, die letzten Lavaströme datieren auf rund 70.000 Jahre zurück. Ja, Yellowstone ist im Wesentlichen ein aktiver Vulkan, aber sollte es zu einem Ausbruch kommen, würden Wissenschaftler signifikante Veränderungen in geothermischen und seismischen Aktivitäten feststellen. Derzeit gibt es keine Anzeichen dafür. Die Yellowstone Volcano Observatory bestätigt weiterhin das Normalniveau des Alarmstatus, und der Luftfahrtfarbcode steht auf Grün.
Die eigentlichen Risiken für Yellowstone-Besucher
Geothermische Erscheinungen entstehen durch eine Mischung aus Hitze, Wasser und dem unterirdischen Druck des aktiven vulkanischen Systems unter der Oberfläche. Die aktivsten Bereiche rund um die Geisjer liegen dort, wo die Hitze der Erdoberfläche am nächsten ist. Während man ursprünglich glaubte, Yellowstone sei eine tickende Bombe mit großen, tiefen Kammern in der Erdkruste, zeigen die neuesten Ergebnisse von IGGCAS, dass das Magmasystem stärker verteilt ist und als eine Art „Magmaschmelze“ aus flüssigem und festem Gestein beschrieben wird – nicht als eine einzige große flüssige Kammer.
Auch wenn die entfernte Möglichkeit eines weiteren Superausbruchs erschreckend klingen mag, im Park lauern deutlich gegenwärtigere Gefahren durch geothermische Aktivität, die Besucher beachten sollten. Boden, der fest aussieht, kann tatsächlich eine dünne Kruste über kochendem Wasser verbergen, und Dampfschübe sind eine reale Gefahr. In bestimmten Bereichen können giftige Gase auftreten und einem ein ungutes Gefühl geben. Im Jahr 2024 führten am Biscuit Basin nahe Old Faithful Felsen, Schlamm und Trümmer in die Luft – ausgelöst durch eine hydrothermale Explosion infolge eines unterirdischen Druckaufbaus. Obwohl niemand verletzt wurde, zeigt dieses Ereignis die Unberechenbarkeit der Gegend und warum Sicherheit stets oberste Priorität hat.
Besucher sollten immer auf den Plankenwegen bleiben und nie zu nah an heiße Quellen und Geysire herantreten. Falls ungewöhnliche Aktivität zu beobachten ist, werden Bereiche vorsorglich geschlossen. Im Zweifelsfall folgen Sie bitte stets den Anweisungen der Parkrangführer. Auch wenn Yellowstone eines Tages erneut ausbrechen mag, gibt es derzeit keine Hinweise darauf, dass das große Ereignis unmittelbar bevorsteht, und ein Besuch der Geysir-Gebiete ist definitiv Pflicht, wenn Sie nur einen Tag in Yellowstone verbringen können.
