Das ist ein Albtraumszenario: Sie fahren mit Ihrem Mietwagen zum Flughafen, bereit, Ihr Fahrzeug zurückzugeben. Wenn Sie ankommen, rufen die Angestellten dort die Polizei; Beamte treffen am Ort ein und beschuldigen Sie des Autodiebstahls. Sie, ausgerechnet Sie! Sie waren gerade im Urlaub. Sie hatten die Anmietung Ihres Autos um einige Tage verlängert, aber Sie haben nichts gestohlen. Je mehr Sie sich verteidigen, desto weniger hört Ihnen jemand zu. Die Polizei legt Ihnen Handschellen an und transportiert Sie zur Wache zur Weiterverarbeitung. Wie ist das möglich? Sie haben nicht einmal einen der elf schlimmsten Fehler bei Mietwagen begangen, und Sie sind sicher kein Schwerverbrecher.
Wie dystopisch das klingt, hat es tatsächlich Varianten dieses Szenarios gegeben. Wie in einem NPR-Bericht aus dem Jahr 2022 ausführlich beschrieben, beschuldigte Hertz Car Rental fälschlicherweise 3.500 Kunden des Diebstahls ihrer Autos, wodurch einige mit Vorwürfen schwerer Straftaten und Gefängnisstrafen konfrontiert wurden. Ein extremer Fall betraf einen namenlosen Mann aus Mississippi, der das Auto zurückgegeben und vollständig bezahlt hatte, aber dennoch sechs Monate lang inhaftiert war. Viele Verdächtige wurden mit gezogener Waffe festgenommen, und ihre Fälle führten zu erheblichen Störungen in ihrem privaten und beruflichen Leben.
Warum wurden unschuldige Menschen des schweren Autodiebstahls beschuldigt? Eine anschließende Klage verwies auf eine Reihe von Bürofehlern: Das Computersystem von Hertz zeigte irgendwie an, dass ein Auto gestohlen worden sei. Einige Autos waren gestohlen worden — und später wiedergefunden —, doch das Hertz-System spiegelte deren sichere Rückgabe in den Fuhrpark nie wider. Diese veralteten Berichte wurden dann mit jüngsten Mietern verknüpft; viele wurden lange nach Beendigung der Mietverträge festgenommen. Das Ganze führte zu einer Klage in Höhe von 168 Millionen Dollar, ein schwerer Schlag für das Unternehmen.
Wie man falsche Anschuldigungen verhindert und damit umgeht
Diese Bürofehler sind äußerst selten, treten jedoch auf – und zwar nicht nur bei Hertz. Im März 2025 nutzten zwei Männer aus Washington, D.C. die Online-Mietplattform Turo, um in Glendale, Arizona, herumzufahren. Das Auto, das sie mieteten, soll gestohlen worden sein, und Polizisten näherten sich ihnen vor einem Restaurant mit gezogener Waffe. Angesichts solcher erschreckenden Berichte kann das Mieten eines Autos wie Russisches Roulette wirken, bei dem Leben und Freiheit auf dem Spiel stehen.
Theoretisch ist die beste Option, ganz zu verzichten, ein Auto zu mieten, und es gibt Möglichkeiten zu bestimmen, ob man ein Auto mietet oder mit dem eigenen Auto eine Reise unternimmt. Einige Ziele verfügen über ein robustes öffentliches Verkehrs- und Taxennetz, sodass Sie überhaupt nicht fahren müssen. Aber Mietwagen sind in der Regel erschwinglich, praktisch und tadellos gewartet, weshalb der Hertz-Skandal so schockierend wirkt. Wenn Sie doch ein Auto mieten, halten Sie den Mietvertrag möglichst jederzeit griffbereit, sowohl in Papierform als auch digital. Es ist üblich, vor der Abfahrt Fotos von der Außenseite des Autos zu machen, um Kratzer oder Dellen zu dokumentieren, und diese Bilder helfen dabei, Ihre Beziehung zum Fahrzeug zu bestätigen.
Wird man von der Polizei angesprochen, bleiben Sie ruhig, weisen Sie auf Ihre Rechte hin und bieten Sie an, Ihren Vertrag vorzulegen. Falls Ihr Mietwagen während der Reise tatsächlich gestohlen wird, benachrichtigen Sie die Behörden und legen Sie eine Anzeige vor, um künftige Missverständnisse zu verhindern. Interessanterweise gibt der Reiseexperte Rick Steves überraschende Ratschläge dazu, wie man Mietwagen auf Reisen vor Diebstahl schützen kann.