Als einer der renommiertesten Experten für Reisen in Europa und als Mann mit einer tiefen und dauerhaften Liebe zum Essen bietet Rick Steves hervorragende Orientierung für Essensfragen, wenn man in Europa unterwegs ist. Ob man eine der wunderschönen europäischen Städte erkundet, mit dem spektakulären Nachtzug zu einem nächsten Skiurlaub fährt oder abseits der ausgetretenen Pfade in einem winzigen, malerischen Dorf mitten in der Einsamkeit landet – Steves hat immer Tipps und Tricks, wie man gut isst.
Allerdings liefern die meisten von Rick Steves’ Vorschlägen hervorragende Restaurant-Empfehlungen, lokale Märkte oder Wege, wie man das Urlaubsbudget sinnvoll benutzt. Gleichzeitig ist er eine wahre Fundgrube an Ratschlägen, wie man die größten Fallen vermeidet, in die Touristen beim Essen oft tappen. Eine spezielle Option, die Steves nicht sonderlich favorisiert, sind Room-and-board-Angebote in europäischen Hotels. „Einige Hotels bieten Übernachtungspreise an, die Abendessen im hoteleigenen Restaurant einschließen“, schreibt Steves in seinem Blog-Beitrag Budget Tips for Booking Hotels in Europe. „[A]uf einigen Plätzen (oft Resorts) ist es sogar vorgeschrieben, besonders in der Hochsaison.“ Während ein Paketangebot auf den ersten Blick eine clevere Sparmaßnahme erscheinen mag, ist diese Option in der Praxis oft einschränkend und bietet minderwertigere Speisen als man sie anderweitig leicht findet.
Diese Halbpension-Pakete, die Steves oft so bezeichnet, sind zwar meist günstig, bedeuten jedoch, dass man an eine einzige Verpflegungsmöglichkeit gebunden ist – was nicht immer die beste oder interessanteste Wahl ist.
Warum mag Rick Steves keine Halbpension-Angebote?
Rick Steves liebt es, mit kleinem Budget zu reisen und neue Erfahrungen in Europa zu entdecken, doch er ist bereit, etwas mehr für hochwertige Zutaten zu investieren. Er legt besonderen Wert darauf, saisonal und regional zu essen, und er sucht gerne nach ungewöhnlichen Zutaten auf lokalen Märkten oder Gerichten in kleinen Restaurants, die er noch nie probiert hat. Das ist der Hauptgrund, warum ihn ein Room-and-board-Paket eher abschreckt: „Auch wenn es nicht teuer erscheint, schränkt es ein, wann und wo man essen kann“, sagt Steves. „Ich bevorzuge die Freiheit, lokale Restaurants zu erkunden oder Picknicks zu kaufen.“
Halbpension bedeutet, dass man das Gefühl hat, jeden Abend im Hotel essen zu müssen, statt die Freuden der lokalen Trattoria, Taverna oder Tapas-Tasca zu genießen. Man mag Geld sparen (was nicht immer der Fall ist, da Essen in Europa überraschend günstig sein kann), aber man verpasst das Erlebnis der kulinarischen Entdeckungsreise, das einen großen Teil des Reisens durch Länder wie Frankreich, Spanien und Italien ausmacht.
Steves ist nicht völlig gegen das Konzept der Room-and-board-Angebote. Es gibt Fälle, in denen es sinnvoll sein kann, insbesondere wenn man an einem sehr abgelegenen Ort übernachtet oder zu einer Zeit ankommt, in der es schwierig ist, eine alternative Verpflegungsmöglichkeit zu finden. Steves sagt: „Auf der anderen Seite, wenn Halbpension erforderlich ist, aber die Berechnung pro Mahlzeit niedriger ist als das, was man in einem durchschnittlichen Restaurant bezahlt, kann es lohnenswert sein – besonders wenn der Koch gut ist oder wenn man sich in einem Dorf mit keinen praktikablen Alternativen befindet.“
Rick Steves‘ Tipps zur Hotelbuchung in Europa
Neben dem Hinweis, Reisende sollten Halbpensionen vermeiden, hat Rick Steves noch eine Reihe weiterer Vorschläge, wie man bei Hotels in Europa Geld sparen kann. Er ist auch überraschend kein Freund des Hotelfrühstücks! Er empfiehlt, das Frühstück im Hotel zu überspringen, auch wenn es im Zimmerpreis enthalten ist, und sagt: „Fragen Sie nach dem Preis ohne Frühstück, wenn Sie buchen. Sie können das Frühstück günstiger im Supermarkt oder bei einer Bäckerei um die Ecke kaufen.“ Er räumt ein, dass in einigen Ländern, besonders im Norden Europas, „Hotelfrühstücke ein tolles Preis-Leistungs-Verhältnis haben können und eine schöne Gelegenheit bieten, einige regionale Köstlichkeiten zu probieren“, doch in vielen Hotels seien sie spärlich und nicht lohnenswert.
Zusätzlich empfiehlt Steves, nach dem Preis ohne Frühstück zu fragen – auch wenn der normale Preis es einschließt. Er ist außerdem ein großer Befürworter davon, mit Hotels zu verhandeln. Es lohnt sich immer, nach Rabatten zu fragen und zu schauen, ob man einen besseren Preis erzielt, indem man länger bleibt, bar bezahlt oder einfach verhandelt. Ebenso ratsam ist es, nach dem „Best Price“ und dem günstigsten Zimmer zu fragen, anstatt einfach das zu buchen, was auf der Website oder der Buchungsplattform verfügbar ist. Manchmal entdeckt man kleine Unterschiede zwischen Zimmern – etwa eine Dusche statt einer Badewanne – die am Ende Geld sparen können.

