Der Bundesstaat Ohio im Mittleren Westen hat in den letzten Jahren einen etwas zweifelhaften Ruf in den sozialen Medien bekommen. Unter Gen Z und Gen Alpha wird das Wort „Ohio“ oft als Adjektiv verwendet, um etwas Eigenartiges oder „cringe“ zu beschreiben, und es ist zu einem viralen Trend geworden. Obwohl Ohio auch einige skurrile Touristenattraktionen vorweist – zum Beispiel das Grab von Frankenstein – bietet es auch atemberaubende Naturlandschaften, historische Stätten und Städte wie Cincinnati, die sich rasch zu Top-Reisezielen entwickeln. Zu den absoluten Muss-Sehenswürdigkeiten des Staates gehört der Cleveland Botanical Garden.
Cleveland war einst als „The Mistake on the Lake“ bekannt, doch das sollte man bei der Planung der nächsten Reise keinesfalls ignorieren. Die Stadt hat zweifellos Herausforderungen durch industrielle Niedergänge und Umweltbelastungen erlebt, doch heute ist sie ein erstaunlich reizvoller Ort zum Besuch. Am Ufer des Erieses liegt die Rock and Roll Hall of Fame, die Fans der Geschichte des Rock aus aller Welt anzieht. Der Cleveland Botanical Garden gehört zu den markantesten Attraktionen der Stadt und besteht seit fast einem Jahrhundert.
Wenn Sie einen ruhigen Ort suchen, um Cleveland zu erkunden, ist der üppige Botanische Garten der perfekte Rückzugsort. Eingebettet im beliebten Viertel University Circle, bietet er Besuchern die Gelegenheit, mehr über seltene Pflanzenarten zu erfahren und in eine grüne, friedliche Umgebung einzutauchen – selbst in Clevelands kalten Wintern.
Botanischer Glücksfall und Geschichte im Herzen von Clevelands beliebtestem Viertel
Clevelands Viertel University Circle wird oft als „Ohio’s spektakulärste Quadratmeile“ bezeichnet, weil hier so viel zu entdecken ist. Es schlägt das Herz der Stadt und ist ein Magnet für Anwohner und Besucher, die Kultur, Bildung und Kunst schätzen. In diesem Viertel finden sich zahlreiche Einrichtungen, die sich Kunst, Hochschulbildung und Medizin widmen. Der Ort reicht bis ins 19. Jahrhundert zurück, als hier mehrere Universitäten entstanden, und der Cleveland Botanical Garden wurde 1930 gegründet. Seit fast einem Jahrhundert bietet er Besuchern eine oasenartige Rückzugsoase.
Zu seiner Gründung hieß der Garten einst „Garden Center of Greater Cleveland“ und begann als horticultural Library, die der Öffentlichkeit die Recherche zu verschiedenen Pflanzen ermöglicht hat. Es war der erste städtische Garten dieser Art in den Vereinigten Staaten. 1966 zog der Garten auf das heutige ca. 4 Hektar große Gelände, das einst Standort des Cleveland Zoo war. Der Name wurde 1994 offiziell in Cleveland Botanical Garden geändert.
Der Eintritt in den Cleveland Botanical Garden kostet 21 USD pro Erwachsenem und 15 USD pro Kind. Öffnungszeiten: Dienstag, Mittwoch, Freitag und Samstag von 10:00 bis 17:00 Uhr, donnerstags verlängerte Öffnungszeiten bis 20:00 Uhr. Sonntags sind die Pforten von 12:00 bis 17:00 Uhr geöffnet; montags bleibt der Garten geschlossen. Da es so viel zu entdecken gibt, lohnt es sich, mindestens einige Stunden einzuplanen. Falls Sie Hunger bekommen, lädt das Garden Café auf dem Gelände zu einer kleinen Stärkung ein.
Flora und Fauna aus aller Welt – alles an einem Ort
Der Cleveland Botanical Garden bietet Besuchern die Möglichkeit, mehrere sehenswerte Ausstellungen mit Flora und Fauna aus der ganzen Welt zu entdecken. Betreten Sie das Costa Rica Glass House, und Sie fühlen sich, als wären Sie in einem üppigen tropischen Regenwald unterwegs. Blühende Orchideen gibt es das ganze Jahr über, und Avocado-, Papaya- sowie Kakao-Bäume tragen dort reife Früchte. Die warme Luft im Glashaus duftet auch im Winter frisch und süß. Von der Aussichtsplattform aus lässt sich beobachten, wie ein tropischer Wald aus der Vogelperspektive aussieht. Wenn Sie zur richtigen Zeit eine Schmetterlingsfreilassung erleben, wird der Eindruck noch magischer. Im Madagascar Glasshouse gedeihen einige der weltweit einzigartigsten Pflanzen, darunter Baobabs – auch bekannt als umgedrehte Bäume. Dort begegnen Ihnen auch Tierarten wie Leguane und Schildkröten.
In den wärmeren Monaten öffnen sich weitere Außenanlagen zum Entdecken. Der Japanische Garten wurde von David Slawson gestaltet, der mit dem Meistergärtner Kinsaku Nakane zusammenarbeitete. Er besticht durch einen ruhigen Teegarten und eine Reihe von Bäumen, darunter japanische Ahornbäume. Der Sunken Garden liegt neben dem Japanischen Garten und ist mit einheimischen Baumarten sowie verschiedenen saisonalen Blüten bestückt. Der Getaway Garden erstreckt sich über ca. 0,8 Hektar und verändert sich mit jeder Saison – ideal für einen entspannten Spaziergang. Der Rose Garden entführt Sie in eine europäische Märchenlandschaft, während Sie die farbenprächtigen Blüten rund um das römische Becken bewundern.
Familien, die mit Kindern reisen, sollten direkt zum Hershey Children’s Garden gehen. Dort gibt es interaktive Ausstellungen und Bildungsangebote. Man kann im Teich nach Kleintieren suchen, im Sandkasten spielen, verschiedene essbare Pflanzen entdecken und sogar ein wenig darüber lernen, wie man gärtnerisch vorgeht. Das ganze Jahr über bietet der Cleveland Botanical Garden saisonale Veranstaltungen und Bildungsprogramme für Erwachsene und Kinder.