Eine weitere Seite von Paris, die Touristen oft übersehen

There's Another Side Of Paris Many Tourists Often Overlook

16. September 2026





Das städtische Gefüge von Paris spiegelt den langjährigen Hang der Pariser wider, sich zu versammeln. Man stelle sich gemütliche Gespräche an Straßencafés, Picknicks in Stadtparks oder sogar Demonstrationen auf den Straßen vor, die genau deshalb breiter angelegt wurden. Die überdachten, fußgängerfreundlichen Gehwege der Stadt wirken als versteckte Treffpunkte, an denen die Pariser ihren Alltag in guter Gesellschaft verbringen. Heutzutage gehen Touristen diese engen Durchgänge oft vorbei, ohne sie überhaupt zu bemerken.

Die überdachten Passagen von Paris reichen bis ins späte 18. und frühe 19. Jahrhundert zurück. Damals wie heute regnet es in Paris viel und der Verkehr ist hoch, daher hielten die Passagen die Menschen trocken und ermöglichten ruhige Spaziergänge zwischen den Hauptstraßen. Cafés, Geschäfte und Zeitungsstände säumten diese Nischen, ebenso wie Pfosten für die Pferde der Postkutschen. Einheimische, Reisende oder jeder, der die feinen Dinge des Lebens genießen wollte, konnte sich in diesen eleganten Durchgängen versammeln, um eine Pause vom Großstadtleben zu nehmen. Einige der Passagegänge gingen im Zuge der großen städtischen Veränderungen, initiiert von dem Stadtplaner Baron Haussmann, verloren; die verbliebenen jedoch sind definitiv sehenswert. Experience Paris wie ein Pariser und stöbere in diesen Gassen oder auf einem nahegelegenen Markt nach Einkäufen.

Each covered passageway in Paris is unique

Die schattigen Passagen von Paris bewahren ihren jahrhundertelangen Zweck und ihr Erscheinungsbild und wirken wie eine Szene direkt aus einem alten Hollywood-Film. Die Mehrzahl verfügt weiterhin über historische Beleuchtung, Vintage-Schaufensterfronten und gewölbte bzw. spitze Glasdächer; andere Details weichen jedoch voneinander ab. Die Böden reichen von karierte Muster bis hin zu raffinierteren Designs. Einige Passagen sind mit prunkvollen, holzverkleideten Geschäften gesäumt, während andere entlang der cremeweißen Steinwände kunstvolle Reliefs tragen. Aber in jeder der verbleibenden Passagen finden sich Buchhandlungen, Restaurants, Cafés und einzigartige Boutiquen, die mehr Souvenirs bieten als ein einfaches Eiffel-Turm-Kitsch-Objekt.

Wenn Sie nur wenige der überdachten Passagen von Paris besuchen können, sollte man unbedingt Galerie Vivienne beim Jardin du Palais Royal aufsuchen. Von ihrem farbenfrohen Mosaikboden und der neoklassizistischen Gebäudefassade bis zur spitz zulaufenden Eisen- und Glasdecke – in dieser 200 Jahre alten Halle herrscht Pracht überall. Vergessen Sie nicht, bei Librairie Jousseaume vorbeizuschauen. So alt wie Galerie Vivienne ist auch dieses Buchgeschäft und verkauft zudem Lesezeichen, Antiquitäten und Postkarten — denken Sie nur an Rick Steves’ Rat zur Einkaufsetikette in Frankreich.

Passage des Panoramas features an eclectic range of activities

Die Passage des Panoramas nahe dem Palais Garnier gehört zu den bekanntesten überdachten Passagen der Stadt der Lichter und zählt zu den ältesten. Der amerikanische Geschäftsmann William Thayer setzte Passage des Panoramas 1800 in Gang, als entlang der Straße Boutiquen und Restaurants eröffneten. Im 21. Jahrhundert beherbergt, abgesehen von gehobenen Restaurants wie Stern Ristorante und Astair, die Passage des Panoramas auch Le Vistemboire des Panoramas. Dieses skurrile, winzige Museum besticht durch ein abseitiges Dekor und ist voller Kunst- und Märchenzauber. Im Einklang mit der historischen Vorliebe der Stadt für Darstellende Künste lohnt sich auch hier ein Abstecher ins Théâtre des Variétés. Wenn Sie keine Vorstellung sehen können, lohnt sich ein Besuch trotzdem, denn die Innenarchitektur rivalisiert mit der eines berühmten, jahrhundertealten Theaters in anderen Teilen Europas.

Der beste Weg, sich in Paris fortzubewegen, ist zu Fuß, denn damit entgeht man auch am einfachsten dem Kartenstudium, und man entdeckt die Stadt auf die entspannteste Art. Eine einzelne Passage zu finden, fühlt sich an wie eine geheime Entdeckung, selbst wenn man aktiv danach sucht. Um Kartenlesen zu vermeiden, empfiehlt es sich, eine geführte Wanderung zu diesen kleinen Juwelen zu buchen. Organisationen wie Explore Paris bieten Touren durch mehrere überdachte Passagen an, bei denen Guides einen unterwegs noch mehr über diese Orte erzählen können.



Lukas Reinhardt