Wasserparks haben sich seit den ersten großen Attraktionen der 1950er Jahre stark weiterentwickelt. Damals reichte eine Handvoll Rutschen und ein Becken aus, um an heißen Sommertagen eine Menge Besucher anzuziehen. Heute müssen die führenden Wasserparks in den USA und weltweit mit rekordverdächtigen Attraktionen oder riesigen, thematischen Zonen aufwarten, um ganz oben mitzuspielen. Ein Park, der hohe Maßstäbe setzt, ist der Tropical Islands Wasserpark in Deutschland. Mit rund 65.000 Quadratmetern Nutzfläche liegt er in einer ehemaligen Zeppelinhalle und kann sich zudem damit rühmen, Deutschlands höchste Wasserrutsche zu besitzen und den weltweit größten künstlichen Indoor-Dschungel zu beherbergen.
Dieses künstliche tropische Paradies, nur etwa eine Stunde Autofahrt südlich von Berlin, bietet alles – von einem sandigen Indoor-Strand, auf dem man gemütlich entspannen kann, während die Sonne durch die gläserne Kuppel scheint, bis hin zum Tropenwald, in dem man mit hoher Wahrscheinlichkeit Flamingos, Schildkröten oder Papageien begegnet. Überall im Gelände findet man Wasserfälle und Rutschen in einer malaysisch inspirierten Umgebung, ergänzt durch thematisierte Unterkünfte und Restaurants, die das Gefühl vermitteln, weit von der Heimat entfernt zu sein.
Und damit ist der Blick nach innen noch lange nicht zu Ende. Geht man nach draußen, öffnet sich die Welt von Amazonia – mit so vielen Wasserspielen, dass man und die Kinder sicher mindestens einen ganzen Tag lang beschäftigt sind. Erreichbar ist Tropical Islands über die Autobahn A13 oder per Zug von Berlin aus bis Brand Tropical Islands Station, von dort fährt ein Shuttlebus bis zum Parkeingang. Beide Wege bringen Besucher in unter einer Stunde ans Ziel.
Im Tropical Islands Wasserpark
Um die Größe der Anlage greifbar zu machen: Das Gelände diente ursprünglich als Flugfeld und war eine Piloten-Ausbildungsstätte der Luftwaffe – der Luftstreitkräfte des nationalsozialistischen Deutschlands im Zweiten Weltkrieg. Während des Kalten Krieges war es der größte Flughafen der DDR, unter sowjetischer Kontrolle bis zur Wiedervereinigung 1990. Der Hangar, Aerium genannt und heute Heimat des Tropical Islands, wurde später erbaut und kostete schwindelerregende 90 Millionen Dollar. Anstatt gigantische Zeppeline zu beherbergen, findet man hier heute Wasserfälle und Lagunen.
Neben einer Vielzahl von Wasserrutschen und der Mini-Südsee, die in der Größe von vier Olympischen Schwimmbecken beeindruckt, ist der tropische Regenwald zweifellos das Highlight. In ihm schlummern beeindruckende 50.000 Pflanzen, die dank einer konstanten Temperatur von rund 26 Grad Celsius gedeihen. Ein Schmetterlingshaus mit etwa 150 Falterarten lädt dazu ein, die Flügel der Natur zu bestaunen, während man durch den indoor Dschungel schlendert. Und dank der imposanten Kuppelhöhe von rund 105 Metern kann man sogar in einen Heißluftballon steigen und die Aussicht aus der Vogelperspektive genießen.
Draußen kommt man in Amazonia zusätzlich beim Surfen auf dem Surfsimulator auf seine Kosten, wagt sich an die Stromschnellen des Wildwassers, oder gleitet entspannt im Lazy River dahin. Tageskarten beginnen bei rund 40 US-Dollar für Erwachsene und 35 US-Dollar für Kinder, und das Parkangebot fasst etwa 8.200 Besucher zugleich.
Übernachtung im Tropical Islands Resort nahe Berlin
Das Wasserangebot ist jedoch nur die eine Seite des Tropenkomplexes. Wer Zeit für Shopping, Speisen, Spa und Saunen einplanen möchte, dem sei geraten, länger zu bleiben. Der Park ist ganzjährig geöffnet, egal welches Wetter gerade vorherrscht. Und es hat die kuriose Eigenschaft, 24 Stunden am Tag geöffnet zu sein – wer also Lust auf ein Bad um 3 Uhr morgens hat, der kann es tun.
Für Unterkünfte stehen einfache Strandzelte, hawaiianisch anmutende Lodges und thematisierte Luxuszimmer mitten im Regenwald oder neben dem Klang der Wasserfälle zur Verfügung – alle innerhalb der Kuppel. Draußen gibt es zudem größere Ferienhäuser, Safarizelte und Tipis für größere Gruppen und Familien sowie Stellflächen für Wohnmobile, wenn man auf einer Reise durch Deutschland mit dem Auto unterwegs ist.
Ein luxuriöses Spa wartet mit einem voll ausgestatteten Fitnesscenter darauf, dass man sich nach einem Tag voller Wasserspaß verwöhnen lässt – sei es eine Massage oder eine Beauty-Anwendung. Die sieben thematisierten Räume im Europas größten Tropen-Saunakomplex locken, mit einer Gestaltung, die von Angkor Wat in Kambodscha inspiriert ist. Und justo dann, wenn man denkt, dass nichts mehr zu toppen ist, eröffnen Restaurants, Bars und Cafés weitere Genussquellen. Ein Spaziergang durch das thematisierte Innenstädtchen führt zu traditionellen thailändischen Gerichten bei ARoi Dee, zu veganer Küche im Palm Beach oder zu Cocktails unter einer Palme, während man dem Sonnenuntergang über dem „Meer“ entgegenblickt – oder zumindest so tut, als ob man dort wäre.

