Erfüllt Amtraks NextGen Acela Hochgeschwindigkeitszug die Erwartungen? Das sagen Reisende

Is Amtrak's NextGen Acela High-Speed Train Living Up To The Hype? Here's What Riders Say

25. September 2025

Der NextGen Acela könnte Amerikas Antwort auf Japans berühmte Hochgeschwindigkeitszüge sein. „Vielleicht“ ist dabei das maßgebliche Wort. Amtrak setzt stark auf Hochgeschwindigkeitszüge, und am 28. August 2025 rollte der glänzende NextGen schließlich aus dem Startbahnhof. Der lang ersehnte Zug versprach, Passagiere im Nordosten der USA komfortabler denn je zu befördern. Amtrak behauptet, der Acela setze „einen neuen Standard für das amerikanische Bahnreisen.“ Die ersten Passagiere haben ihn bereits auf Herz und Nieren geprüft. Hier das Urteil von den Gleisen.

Einer der großen Verkaufsargumente ist „eine sanftere, leisere Fahrt, selbst bei 160 mph.“ In dieser Hinsicht hält der Acela (wenn auch nur teilweise) das Versprechen. Fahrgäste sind weitgehend der Meinung, dass die Fahrt die sanfteste ist, die sie je mit Amtrak erlebt haben. Mehrere bemerken auch, dass sie merklich leiser ist. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass Bahnreisen oft günstiger sein können als Flüge. Bislang also gutes für Amtrak.

Aber ist der Zug wirklich superschnell? Die NextGen-Züge sollen 160 Meilen pro Stunde erreichen und Kurven dank des Neigungssystems souverän meistern. Laut mehreren Passagieren dauern die Fahrzeiten derzeit jedoch länger als bei der älteren Generation. Wie der Nutzer beurrybread im Reddit-Forum r/Amtrak formulierte: „Wir fahren mit der Next Gen von NYP—BOS, und es ist der langsamste Acela des Tages.“ Autsch! Hoffentlich erhöhen sich die Geschwindigkeiten, doch wegen der vielen Kurven auf der Strecke wird es schwer sein, über längere Abschnitte Höchsttempo zu erreichen.

Sitzkomfort und Bord-Erlebnis

Der neue Acela soll eine komfortable Fahrt bieten. Doch die Sitze sorgen für reichlich Diskussionen. Während einige Fahrgäste sagen, sie seien bequem genug, behaupten viele, sie seien steif und wenig nachgiebig. Doch am meisten Kritik erntet die Neigung der Rückenlehne. Reisende berichten, dass sie keinen Zentimeter bewegen können oder dauerhaft im Lounge-Modus festhängen.

Hinzu kommt, dass viele dem nach-vorne-Schieben-Design nichts abgewinnen können, das einen näher an die Ablage bringt statt den Rücken zurückzulehnen. Der Vorteil davon ist, dass niemand in den eigenen Beinraum eindringen kann. Allerdings kollidieren bei Tischen, an denen die Sitze einander gegenüberstehen, die Knie der Passagiere. Wohl unbequem. Nur Business- und First-Class-Sitzgelegenheiten sind verfügbar, doch viele sagen, dass First Class weder beim Aussehen noch beim Komfort wirklich eine Aufwertung darstellt.

Über die Sitze hinaus sind die Bord-Erlebnisse gemischt. Reisende berichten, dass bei einigen Zügen der Mechanismus zum Öffnen der Türen nicht funktionierte, sodass das Personal an jeder Haltestelle auf Notabschaltungen zurückgreifen musste. Wir wissen nicht, ob das lustig oder etwas beunruhigend ist. WLAN-Abdeckung ist lückenhaft: Für manche Reisende fantastisch, für andere enttäuschend. Sogar die Becherhalter sorgen für Kontroversen: Manche lieben sie, andere klagen, sie passen nur in konische Kaffeebecher und nicht in Softdrinks-Dosen (eine europäische Design-Eigenheit, laut The Transit Guy). Also, lebt der NextGen Acela dem Hype gerecht? Noch nicht. Aber wenn Amtrak aus diesem holprigen Start lernt, sollte der Rollout des geplanten Hochgeschwindigkeitszugs von Los Angeles nach Las Vegas reibungslos über die Bühne gehen.

Lukas Reinhardt