Familien sollten in diesem südamerikanischen Land wegen eines neuen US-Reisehinweises vorsichtig sein

Families Should Be Cautious In This South American Country Due To A New US Travel Advisory

22. August 2025

Das US-Außenministerium veröffentlicht regelmäßig Reisewarnungen, um amerikanische Bürger vor erhöhten Risiken oder Bedenken an bestimmten Reisezielen zu warnen. Sie reichen von Stufe 1, was bedeutet, dass man „normale Vorsicht walten lassen“ sollte, bis Stufe 4, was bedeutet, dass Reisen nicht empfohlen sind. Obwohl Brasilien oft als das freundlicheeste Land in Südamerika beschrieben wird, wurde es kürzlich auf eine Reisewarnung der Stufe 2 heraufgestuft. Das bedeutet zwar nicht zwangsläufig, dass man seine Reise nach Rio absagen sollte, wohl aber, dass US-Bürger bei einem Besuch zu „erhöhter Vorsicht“ aufgefordert sind. Um das in einen größeren Kontext zu stellen: Andere Länder, die derzeit eine Warnung der Stufe 2 haben, sind Belgien, China, Costa Rica, Indien, Frankreich und Italien.

Warnungen der Stufen 1 und 2 werden alle 12 Monate überprüft, sodass Brasilien, sofern sich bis voraussichtlich Anfang 2026 nichts Wesentliches ändert, auf Stufe 2 verbleiben dürfte. Unter Berufung auf eine jüngste Entführung amerikanischer Touristen erklärt die US-Regierung, Brasiliens Einstufung beruhe auf Kriminalität und Entführungsrisiken. Ein konkreter Fall wird nicht genannt, jedoch machte 2024 eine Entführung in São Paulo Schlagzeilen, bei der eine in den USA ansässige Model-Frau und ihre Familie 12 Stunden festgehalten wurden. Laut Statista gab es 2020 in Brasilien über 4.000 Entführungsfälle.

Konkret warnt die Warnung davor, innerhalb von 100 Meilen von Brasiliens Landesgrenzen zu reisen, mit Ausnahme des Nationalparks Foz do Iguaçu und des Pantanal-Nationalparks. Es wird außerdem geraten, informelle Wohnsiedlungen wie Favelas zu meiden, ebenso wie Brasílias Satellitenstädte nachts, darunter Ceilândia, Santa Maria, Sao Sebastião und Paranoá. Die Regierung empfiehlt Reisenden, aufmerksam zu bleiben, nachts nicht alleine in Bars und Clubs zu gehen, keine Speisen oder Getränke von Fremden anzunehmen (und auch seine eigenen Speisen und Getränke ständig im Auge zu behalten, da Drogenzuführung häufig vorkommt) und beim Benutzen von Geldautomaten sowie öffentlichen Verkehrsmitteln vorsichtig zu sein.

Weitere Tipps für eine sichere Reise nach Brasilien

Mehrere Dinge, die Touristen bei einem Besuch von Rio de Janeiro keinesfalls tun sollten, finden sich in der US-Reisewarnung wieder – mit dem öffentlichen Reichtum zu prahlen, nachts Strände zu erkunden und Favelas zu besuchen. Reisende sollten außerdem auf sogenannte „Date-Droge“-Betrügereien aufmerksam machen, so die Warnung. Das ergibt Sinn: Nach Angaben der brasilianischen Polizei lösen sich mehr als 90 % der Entführungen in São Paulo über Dating-Apps wie Tinder. (Quelle: BBC News Brazil). Doch dies entspricht nicht der gängigen Vorstellung von Gefahr, vor der Frauen alltäglich gewarnt werden; in diesen Fällen sind Männer im Alter von 30 bis 65 Jahren die Hauptziele.

Es ist immer eine gute Idee, eine Kontaktperson zu haben, mit der man regelmäßig Kontakt hält, während man unterwegs ist. So weiß diese Person sofort Bescheid, falls etwas nicht stimmt. Veröffentlichen Sie Ihren Reiseplan oder persönliche Informationen in sozialen Medien nicht öffentlich. Soziale Medien können potenziellen Entführern und Räubern mehr als genug Informationen liefern, sei es durch Check-ins oder durch das Hintergrundbild kürzlich geposteter Fotos. Im August 2025 wurden vier Verdächtige im Zusammenhang mit einer im März erfolgten Entführung einer brasilianischen Frau festgenommen, deren Sohn im Bereich der Kryptowährungen tätig war. Die Polizei erklärte, die Entführer hätten die Social-Media-Konten ihrer Opfer sorgfältig studiert, um den Angriff zu planen, bevor sie eine Lösegeldforderung in Kryptowährung stellten. Halten Sie daher Ihre Insta-Posts besser erst nach der Rückkehr zurück.

Erwägen Sie zusätzliche Vorsichtsmaßnahmen wie den Abschluss einer Reiseversicherung und die Anmeldung im Smart Traveler Enrollment Program (STEP), das Behörden im Notfall eine schnelle Kontaktaufnahme ermöglicht. Für weitere Tipps stöbern Sie durch Samantha Browns Top-Tricks für sicheres Reisen. Mit etwas Planung, Aufmerksamkeit für die Situation und gesundem Menschenverstand lässt sich Brasilien mit so geringem Risiko wie möglich genießen.

Lukas Reinhardt