Trans-Canada Highway: Nordamerikas längste Fernstraße – Küsten-zu-Küsten-Roadtrip durch Kanada

North America's Longest Cross-Country Highway Offers A Coast-To-Coast Road Trip In Canada

10. Juli 2026





Nordamerika bietet eine beeindruckende Vielfalt an großartigen Straßenabschnitten zum Fahren. Von ikonischen Strecken wie dem Route 66 oder dem Highway 1 bis hin zu Roadtrips, die mehrere Nationalparks erkunden, ist es eine hervorragende Möglichkeit, das Beste zu entdecken, was Nordamerika zu bieten hat. Roadtrips sind eine besondere Art des Reisens – Urlaub, bei dem die Reise selbst das Ziel ist – und die Aussicht aus dem Fenster ist genauso wichtig wie spannende Haltepunkte. Ein Roadtrip ermöglicht es, neue Orte zu entdecken und auch mal abseits der geplanten Route zu bleiben, Ecken der Welt zu finden, die man sonst nie entdecken würde.

Die längsten Roadtrip-Routen in den USA ziehen sich von Küste zu Küste und umfassen rund 5.600 Kilometer. Doch das ist nichts im Vergleich zur längsten durchgehenden Querstrecke Nordamerikas, dem Trans-Canada Highway von Vancouver nach Halifax. Diese außergewöhnliche Route erstreckt sich über ca. 7.800 Kilometer und gilt als die längste Straße der Welt: Sie verbindet den Pazifik mit dem Atlantik und durchquert alle 10 kanadischen Provinzen. Es ist eine prächtige Strecke, die das Beste Kanadas vereint – hoch aufragende Berggipfel, dichte Regenwälder, charmante Altstädte voller Kultur und Geschichte sowie pulsierende, moderne Städte.

Der Trans-Canada Highway beginnt in Victoria auf Vancouver Island, British Columbia, und führt gen Osten durch Städte wie Vancouver, Calgary, Winnipeg, Sudbury, Ottawa, Montréal, Québec und Halifax, bevor er in St. John’s, Neufundland, endet. Zusätzlich verzweigen sich Abzweigungen in Québec und Ontario und bieten alternative Routen, westlich von Manitoba nach Prince Rupert bzw. östlich von New Brunswick nach Prince Edward Island. Wer von außerhalb Kanadas kommt und von Westen nach Osten reist, landet wahrscheinlich am Victoria International Airport (YYJ), von dem Verbindungen innerhalb Kanadas, in die USA und nach Mexiko bestehen. Reisende, die von Osten nach Westen unterwegs sind, profitieren am besten vom St. John’s International Airport (YYT), der Verbindungen aus der Karibik und Europa anbietet.

Vancouver bis zum Glacier-Nationalpark

Bevor man sich ernsthaft auf die Trans-Canada Highway begibt, lohnt es sich, die Reize British Columbias zu entdecken. Die Insel Vancouver Island bietet eine außergewöhnliche Vielfalt an spannenden Sehenswürdigkeiten – von fantastischen Surfspots in Tofino über beeindruckende Waldblicke am Malahat SkyWalk bis hin zur Begegnung mit der indigenen Kultur in Alert Bay oder Orca-Beobachtungen in Victoria. Vancouver ist zudem eine großartige Stadt zum Erkunden, mit einer lebendigen Food-Szene, dem ikonischen Stanley Park und dem charmanten Gastown.

Der nächste Stopp auf dieser Route ist das majestätische Fraser-Tal. Der Fraser River bahnt sich durch den Fraser Canyon und bietet dramatische Landschaften, die man am besten mit der Hell’s Gate Airtram erlebt. Jenseits von Hell’s Gate liegt die Stadt Lytton, ein Top-Ort zum Wildwasser-Rafting, und zudem beherbergt sie ein ausgezeichnetes Museum zur chinesischen Geschichte. Das Fraser-Tal zählt zudem zu Kanadas erstklassigen Weinregionen – eine Pause in einem der vielen hervorragenden Weingüter lohnt sich, um lokale Speisen zu genießen.

Der nächste große Anziehungspunkt auf der Route ist der atemberaubende Glacier-Nationalpark (nicht zu verwechseln mit dem Montana-Park gleichen Namens). Als einer der sieben Nationalparks von British Columbia umfasst er 521 Quadratmeilen Vielfalt, zwei Gebirgsketten, mehr als 400 Gletscher und eine beeindruckende Artenvielfalt an Ökosystemen, Tierwelt und Landschaften. Der Trans-Canada Highway erreicht hier seinen höchsten Punkt am Kicking Horse Pass, dessen Höhe ungefähr 1.626 Meter über dem Meeresspiegel liegt.

Alberta bis Neufundland

Der Banff-Nationalpark ist ein weiteres malerisches Wunderland entlang der Strecke – und das nicht nur für Wintersportfans! Er gehört zu den ältesten Nationalparks der Welt, und die Kanadischen Rocky Mountains bieten einige der landschaftlich beeindruckendsten Ausblicke des Landes. Calgary präsentiert einige der vollständigsten und beeindruckendsten Dinosaurierfossilien der Welt, während Medicine Hat in Alberta ein Zentrum indigener Kultur ist und Saamis Tepee beherbergt, das höchste Tipi der Welt. Von Alberta aus führt die Route durch Saskatchewan nach Moose Jaw, das während der Prohibitionszeit als „Kleines Chicago“ fame wurde, aufgrund seiner zentralen Rolle beim Schmuggel verbotener Getränke. Saskatoon ist eine charmante, elegante Stadt, die sich perfekt für einen kurzen Abstecher eignet; Regina ist reich an Geschichte, von der prachtvollen Architektur der frühen 20. Jahrhunderts bis hin zu Scotty, dem größten jemals entdeckten T. rex-Skelett.

Manitoba und Ontario bilden das Herzland Kanadas. Die Route führt durch Felder goldenen Rapses, und ein Halt in Winnipeg, um seine ausgezeichneten Museen und Galerien zu erkunden, lohnt sich. In Ontario wird das Gelände nach den flachen Prärien von Saskatchewan und Manitoba wieder rau; Reisende werden die Mythen und Legenden von Thunder Bay genießen, die weiten Blicke über den Lake Superior sowie den Big Nickel – die größte Münze der Welt – eine reizvolle Straßenattraktion in Sudbury.

Der letzte Abschnitt dieser epischen Reise führt durch die großartigen Städte Toronto und Montréal, reich an kulturellen Höhepunkten, brillanten Museen, außergewöhnlichen Kunstgalerien und wunderbaren Orten zum Essen und Trinken. Nach Montréal und Québec erstreckt sich schließlich die malerische Küstenlandschaft in New Brunswick und Nova Scotia, bevor man die Gulf überquert, um St. John’s am Ende der Reise zu erreichen – umgeben von der abgelegenen, natürlichen Schönheit der Insel Neufundland.



Lukas Reinhardt