In East Haddam, Connecticut, erstreckt sich eine Hügelkette, die man zusammen als die Sieben Schwestern kennt. Auf dem südlichsten Vorsprung erhebt sich eine Sehenswürdigkeit, die eher an die schottischen Highlands erinnert als an einen unterschätzten Staatpark von Connecticut. Gillette Castle, Teil des treffend benannten Gillette Castle State Park, ist ein atemberaubendes europäisch gestaltetes Schloss, das als Ruhesitz eines der produktivsten und erfolgreichsten amerikanischen Schauspieler des 20. Jahrhunderts diente.
William Hooker Gillette wurde weltweit berühmt als der erste Schauspieler, der Sherlock Holmes auf der Bühne und im Film verkörperte. Ihm wird zugeschrieben, einige der berühmtesten Merkmale der Figur erfunden zu haben, darunter die Deerstalker-Mütze, die Pfeife und den Satz „Elementary, my dear Watson.“ Gillette’s enormer Erfolg verschaffte ihm die nötigen Mittel, um seinen Traum von einer Residenz zu verwirklichen. Er nannte sie die „Siebte Schwester“ nach den umliegenden Hügeln und lebte dort von der Fertigstellung im Jahr 1924 bis zu seinem Tod im Jahr 1937.
Der Staat Connecticut erwarb das Schloss und das umliegende Gelände im Jahr 1943, wandelte das Anwesen in einen State Park mit Campingplätzen und Wanderwegen um, während das Schloss zugleich als Museum für die Öffentlichkeit erhalten blieb. Nur 30 Autominuten südlich von Hartford, der Hauptstadt des Staates Connecticut und Standort eines der verkehrsgünstigsten Flughäfen Neuenglands, gehört Gillette Castle State Park zu den faszinierendsten Erlebnissen im Nutmeg State.
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Take a tour of this Gilded Age castle
Der Höhepunkt eines Besuchs im Gillette Castle State Park ist das ikonische Bauwerk selbst. Wenn man sich von der kurvenreichen Zufahrt durch den dichten Wald heranarbeitet, öffnet sich das Schloss als Steinmasse, die sich nahtlos in die Reihe verzauberter Schlösser rund um die Welt einfügt. Von außen genießt man weite Ausblicke auf den Connecticut River und die umliegende Landschaft. Von William Gillette persönlich entworfen, zeigt das Haus seinen unverwechselbaren Stil und beherbergt mehrere Innovationen des frühen 20. Jahrhunderts.
Im Innenraum des Schlosses kommen diese Besonderheiten erst so richtig zur Geltung. Besucher sehen sich eine Reihe historischer Leuchten an, darunter Lampen von Tiffany & Co., die im gesamten Haus verteilt sind und mit den roten Fliesen- und Grasssteinböden und -wänden einen ganz eigenen Farbton erzeugen. Gillette selbst entwarf die hölzernen Verriegelungsmechanismen für die 47 Türen des Anwesens, alle aus südlicher Eiche gefertigt. Sogar die Lichtschalter wurden so gestaltet, dass sie an Bedienhebel aus der Hinterbühne erinnern. Zahlreiche weitere persönliche Akzente − wie farbenfrohe Glasfenster, handgefertigte Esstischmöbel und versteckte Barvitrinen − findet man im ganzen Haus.
Obwohl das Gelände und die Wanderwege der Öffentlichkeit frei zugänglich sind, müssen Besucher des Schlosses Tickets im Voraus reservieren. Führungen sind auf maximal 18 Personen gleichzeitig begrenzt und finden tagsüber alle 15 Minuten statt, von 10:00 Uhr bis 16:00 Uhr. Das Schloss ist ein beliebtes Ziel, weshalb Walk-ins in der Regel nicht empfohlen werden.
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