Es kursiert ein weit verbreiteter Irrglaube über längere Wanderungen: dass sie im Grunde genommen kostenlos sind. Dabei ist die Logik dahinter leicht nachvollziehbar: Viele Trails, wie der Appalachian Trail oder der Pacific Crest Trail, sind breit ausgelegt und kosten keinen Eintritt. Viele öffentliche Flächen erlauben „verstreutes Zelten“, solange bestimmte Regeln beachtet werden. Per Definition trägt man alles Notwendige auf dem Rücken, und es gibt in der Wildnis kaum Museen oder fünf Sterne Restaurants. Brauchen Sie frisches Wasser? Filtern Sie es aus dem Fluss! Wechseln Sie Ihre Kleidung? Legen Sie Ihren Rucksack ab und ziehen Sie sich um! Für Träumer mit wenig Erfahrung kann eine Fernwanderung daher sorglos wirken – ganz im Sinne des „kostenlosen“ Abenteuers.
Es stimmt, dass Wandern und Zeltlager eine kostengünstige Freizeitbeschäftigung sein können und in der Regel günstiger sind als Aktivitäten wie ein Besuch im Disney World oder Übernachtungen in Vier-Sterne-Hotels in Europa. Doch wenn Sie eine mehrtägige Expedition zum ersten Mal unternehmen, werden Sie wahrscheinlich in Ausrüstung und Proviant investieren müssen, was Geld kostet. Die Preise für qualitativ hochwertige Ausrüstung können je nach Händler erheblich steigen: Der begehrte Gregory Baltoro 100 Rucksack kostet etwa 440 US-Dollar, und die wasserdichten Wanderschuhe Merrell Moab 3 sind 170 Dollar teuer. Klar, das sind Top-Modelle, die Sie über Jahre hinweg verwenden werden; es gibt einen Grund, warum das Firmenmotto von L.L. Bean lautet: „Built to last“ – gebaut, um zu halten.
Ein Neuling benötigt jedoch in der Regel zunächst ein Zelt, einen Schlafsack, eine Isomatte und ein Kochset – allein für den Start. Denken Sie daran, dass Sie während der Tour komplett auf diese Ausrüstung angewiesen sind. Deshalb ist es entscheidend, die richtigen Varianten dieser essentiellen Gegenstände auszuwählen. Schnell sind so einige Hundert oder sogar Tausend Euro nur für die notwendigsten Dinge ausgegeben. Deshalb ist eine gute Budgetplanung unerlässlich, selbst bei eher bescheidenen Unternehmungen.
Wie man für Ausrüstung (und die Reise selbst) plant
Zunächst ist es wichtig, sich Gedanken darüber zu machen, wie diese Ausrüstung genutzt werden soll. Planen Sie alleine zu wandern, mit einem Partner oder in einer Gruppe? Möchten Sie nur ein oder zwei Übernachtungen in einem gut besuchten Nationalpark machen, oder möchten Sie die Wildnis erkunden? Welche Klimazonen erwarten Sie? Benötigen Sie spezielles Equipment wie Schneeschuhe, Angelausrüstung oder Bärenspray? Werden Sie hauptsächlich zu Fuß unterwegs sein oder auch Zeiten auf dem Wasser verbringen? „Backpacking“ kann für jeden etwas anderes bedeuten, und die Art der Touren, die Sie interessiert, beeinflusst Ihre anfänglichen Investitionen. Für den Einstieg hier eine Zusammenstellung der besten Wanderausrüstung auf Budget.
Es ist ratsam, Ihre Reiseplanung und den Kauf der Ausrüstung gleichzeitig anzugehen. Einige Gegenstände, wie Zelte, Wanderschuhe oder Trekkingstöcke, können für verschiedene Tourentypen verwendet werden. Aber ein Dreijahres-Schlafsack hält nicht im Winter warm, während ein spezieller „Mumien-Schlafsack“ bei Temperaturen über null Grad im Sommer schnell zu warm werden kann. Das Anpassen an verschiedene Jahreszeiten kann zusätzliche Kosten bedeuten, da Sie möglicherweise doppelt Ausrüstung anschaffen müssen, die Sie bereits besitzen.
Außerdem müssen Sie die Reise selbst berücksichtigen, bei der zahlreiche kurzlebige Verbrauchsmaterialien wie Lebensmittel, Streichhölzer, Toilettenpapier usw. benötigt werden. Bei echten Mehrtagestouren – also drei Nächte oder mehr – ist es wahrscheinlich, dass Sie die Route unterbrechen, um Nachschub zu holen. Das kostet Zeit, Energie – und Geld. Solche zusätzlichen Fahrten, sogenannte „Bonus-Meilen“, werden oft von unerfahrenen Wanderern unterschätzt, da man den Aufwand für An- und Abfahrt zum Ausgangspunkt der Tour nicht immer bedenkt. Manche Routen erfordern lange Fahrten oder komplexe Transportmittel, um die Begleitung zu starten, und nach der Tour kommen weitere Kosten für die Rückreise hinzu. All diese Anforderungen summieren sich schnell und machen eine sorgfältige Planung und Budgetierung unerlässlich. Wandern kann ein befreiendes Erlebnis sein, aber es ist keineswegs kostenlos.