Verstöße gegen das Bundesrecht in US-Nationalparks: Geheimnisse, die Sie unbewusst begehen

Federal Crimes You Had No Idea You Committed When Visiting US National Parks

8. Juli 2025

Unerwartete Regelungen für Essen und Getränke in der Natur

Wenn es um Nahrung und Getränke in einem Nationalpark geht, kann ein versehentlicher Fehler schnell zu rechtlichen Konsequenzen führen. Für viele ist es ein Genuss, während des Urlaubs oder nach einem langen Tag in den Bergen ein kaltes Bier zu öffnen, doch darf man dabei nicht aktiv auf zwei Rädern unterwegs sein. Nach Bundesrecht ist es verboten, innerhalb eines Nationalparks mit offenem Alkohol im Fahrrad zu fahren. Das bedeutet, eine gemütliche Radtour mit einem Bier in der Hand kann zu einer Anzeige führen. Ebenso ist der Konsum, Besitz oder die Weitergabe von Marihuana nach wie vor illegal, auch wenn es in einigen Bundesstaaten legal ist – auf Bundesebene gilt: Cannabis ist in allen Nationalparks verboten.

Viele Parks haben strenge Regeln beim Angeln, insbesondere bezüglich Ort, Zeitpunkt und Fangmethoden, aber weniger bekannt ist, wie man die Fischreste entsorgt. Wer etwa nach dem Fangen eines Fisches vorhat, diesen zu essen, sollte die Fischabfälle nicht einfach ins Wasser werfen. Das Bundesgesetz verbietet, Fischteile innerhalb von 60 Metern (200 Fuß) von Anlegestellen, ausgewiesenen Schwimmzonen oder entwickelten Gebieten wegzuwerfen, sofern nicht anders gekennzeichnet.

Ein weiterer häufiger Fehler ist das Füttern der Wildtiere. Obwohl dies harmlos erscheinen mag, stellt es eine Gefahr für die Tiere dar und ist zudem eine strafbare Handlung auf Bundesebene. Das Füttern – auch unbeabsichtigt – kann das Verhalten der Tiere verändern, ihre natürlichen Lebensräume beeinträchtigen und die Sicherheit zukünftiger Besucher gefährden.

Haustiere, Lärm und Begegnungen mit Tieren

Viele Besucher möchten ihren Vierbeiner mit auf Abenteuer in die Natur nehmen, doch der Umgang mit Haustieren in Nationalparks ist streng geregelt. Laut Bundesrecht müssen Haustiere jederzeit angeleint sein, möglichst mit einer Leine maximal sechs Fuß (ca. 1,8 m) lang. Das gilt auf Wanderwegen, in Camps oder an touristischen Aussichtspunkten. Auch der Geräuschpegel ist relevant: Das unerlaubte Lärmen, Bellen oder Jaulen, besonders wenn es Wildtiere oder andere Menschen stört, ist illegal. Laut dem Gesetz kann das Verhalten des Tieres andere Besucher oder die Tierwelt beeinträchtigen.

In manchen Parks sind Hunde und Katzen sogar für bestimmte Aktivitäten verboten. Im Grand Canyon beispielsweise dürfen Hunde oder Katzen nicht bei Wildwasser-Schiffsfahrten mitgeführt werden. Im Grand Teton Nationalpark sind Hundeschlittenfahrten und Skijoring (bei dem Tiere Skifahrer ziehen) untersagt. Die Reglemente dienen stets dem Schutz der Besucher und der Tierwelt.

Es ist außerdem eine Bundesstrafe, Tiere zu reizen, zu berühren, zu erschrecken oder zu stören, insbesondere wenn sie dabei brüten oder in Paarungsstimmung sind. Ein prominentes Beispiel ist 2018, als ein Mann in Yellowstone festgenommen wurde, weil er ein Büffel-Vieh belästigt hatte. Das Gericht verurteilte ihn zu 130 Tagen Haft, da das Annähern an Wildtiere in Yellowstone verboten ist. Laut den Vorschriften soll man mindestens 25 Meter Abstand halten und keine Tiere stören.

Zelt- und Wanderweg-Etikette

Das Camping in Nationalparks bedeutet oft, abseits der Zivilisation unterwegs zu sein, doch das heißt nicht, dass die Regeln außer Kraft gesetzt werden. Der National Park Service kontrolliert genau, wo und wie Besucher campen dürfen, und wie man sich im Hinterland bewegt.

Im Bewusstsein ist den meisten, dass das unbeaufsichtigte Feuer verboten ist. Eine weniger bekannte Regel lautet jedoch, dass man ein Zelt nicht aufstellen darf, ohne in der ersten Nacht darin zu übernachten. Aufgrund der zunehmenden Besucherzahlen ist es schwierig, genügend – oft nur nach dem Prinzip „First Come, First Serve“ – reservierte Plätze zu erhalten. Einige versuchen, ein Zelt früher aufzustellen, um den Platz zu sichern, was jedoch an bestimmten Orten verboten ist. Laut NPS gilt: „Nicht genutzte Stellplätze, die 24 Stunden lang unbesetzt sind, werden als aufgegeben betrachtet und das Eigentum kann beschlagnahmt werden.“

Auch gewisse Hygieneregeln sind zu beachten: Es ist illegal, Geschirr, Kleidung oder sich selbst an öffentlichen Wasserstellen oder in Pools zu waschen, wenn diese nicht ausdrücklich dafür vorgesehen sind. Das Waschen in einem Waschraum oder unter einem Wasserhahn im Campingbereich kann eine Geldstrafe nach sich ziehen.

Was den Trailgebrauch betrifft, gibt es ebenfalls Vorschriften: Wenn man zu Pferd unterwegs ist, darf man andere Wanderer oder Radfahrer nur im Schritt überholen. Das Mitführen von Packtieren folgt ähnlichen Regeln. Für Fußgänger gilt, dass das Abkürzen auf unbefestigten Pfaden oder das absichtliche Blockieren eines Trails verboten ist, um die sichere Passage anderer nicht zu gefährden.

Unordentlichkeit, Nacktheit und andere strenge Vorschriften

Viele Verstöße in den Nationalparks beziehen sich auf das Verhalten der Besucher. Allgemein spricht man bei „ordnungswidrigem Verhalten“ im NPS von Handlungen, die öffentliche Unruhe, Belästigung oder Gefahr auslösen sollen. Das umfasst obszöne Gesten, beleidigende Sprache und störendes oder drohendes Verhalten. Laut Gesetz kann lautes Fluchen, Rufen oder Drohgebärden eine Anzeige nach sich ziehen. Die Lautstärke ist relevant, und wenn der Lärm als „unangemessen“ für die Umgebung angesehen wird, kann die Behörde einschreiten.

Zwar gibt es kein bundesweites Gesetz gegen öffentliche Nacktheit in Parks, doch in einigen Nationalparks ist es verboten. Besonders im Kaloko-Honokohau-Nationalpark auf Hawaii ist Nacktheit nur für Kinder unter zehn Jahren erlaubt. Dies gilt in allen Bereichen, egal wie abgelegen oder leer sie erscheinen.

Das Werfen von Steinen oder Felsen mag harmlos wirken, ist jedoch in allen Parks verboten, da herabfallende Gegenstände Verletzungen verursachen können. Das Zurücklassen oder Werfen von Gegenständen auf Hänge, Berge oder Canyons ist ebenfalls untersagt, um Unfälle zu vermeiden.

Dronen fliegen darf man grundsätzlich nur mit spezieller Genehmigung. Ohne entsprechende Erlaubnis ist der Einsatz von Drohnen oder unbemannten Luftfahrzeugen in fast allen Parks verboten – zum Schutz der Tierwelt und wegen Sicherheitsaspekten.

Parkspezifische, regionale und kuriose Verstöße

Einige Regelungen in Nationalparks sind so speziell, dass sie unerwartet auf Besucher wirken können. Im Sequoia & Kings Canyon Nationalpark ist es beispielsweise verboten, Bärenspray zu besitzen, obwohl Bären ein wichtiger Teil des Ökosystems sind. In Shenandoah ist das Übernachten im Hinterland nur mit einer Genehmigung erlaubt und die Gruppengröße ist streng geregelt – maximal 10 Personen pro Gruppe. Große Partys im Park sind somit nicht gestattet.

Im Joshua Tree Nationalpark ist es untersagt, Laternen oder andere Gegenstände an den Pflanzen zu befestigen, um die fragile Warkraft des Wüstenökosystems zu schützen. Ebenso ist das Mitführen von aufgeblasenen Ballons ohne Genehmigung verboten, da diese eine Gefahr für Tier- und Pflanzenwelt darstellen. Damit ist Joshua Tree wahrscheinlich kein Ort für große Feiern oder Partys.

Wenn Sie in den Hot Springs in Arkansas Wasser aus einer natürlichen Quelle trinken möchten, können Sie das gerne tun. Das Sammeln von Wasser für den Eigengebrauch ist erlaubt, der Verkauf der Quellenwässer jedoch verboten.

Einige, noch kuriosere Vorschriften sind ebenfalls im Regelwerk verankert: Im Death Valley ist es zum Beispiel verboten, in den Saline Warm Springs eine Geburt zu versuchen. Im Everglades-Nationalpark ist es untersagt, mehr als vier Fischfilets pro Person zu fischen. Und wer vergisst, die menschlichen Ausscheidungen richtig zu entsorgen, begeht einen weiteren Verstoß gegen die Parkregeln, der im Shenandoah zu empfindlichen Strafen führt. Überlege also gut, welche Regeln bei deinem nächsten Besuch in den beeindruckenden Naturwundern deines Bundesstaates gelten, um unangenehme Überraschungen zu vermeiden.

Lukas Reinhardt