Wildtiere zu beobachten zählt zu den Highlights beim Outdoors-Erlebnis. Viele Menschen, die wilde Tiere lieben, reisen in die entlegensten Winkel der Erde, nur um seltene Arten in ihrer natürlichen Umgebung zu erspähen. US-Nationalparks, in denen man wirklich Wildtiere sehen kann, gehören zu den besten Zielen – aber dort kann man auch mit Schlangen konfrontiert werden. Schlangen, so faszinierend sie auch sind, gehören zu den am stärksten gefürchteten Tieren in der Wildnis. Wenn Sie Schlangen beim Wandern und Campen in den USA lieber umgehen möchten, bleiben Ihnen zwei Optionen für ein durchweg schlangenfreies Erlebnis: Alaska und Hawaii.
Untersuchungen zeigen, dass Schlangen eine der unbeliebtsten Tierarten weltweit sind. Manche Menschen fürchten Schlangen so stark, dass sie eine Ophidiophobie diagnostiziert bekommen, eine der häufigsten Tierphobien überhaupt. Und es ist leicht nachzuvollziehen, warum. Schlangen sind schnell, können sich geräuschlos bewegen und passen sich oft so gut ihrer Umgebung an, dass man erst merkt, dass man ihnen zu nahe ist, wenn es fast zu spät ist. Darüber hinaus gibt es giftige Arten, und mehrere Spezies können einen voll ausgewachsenen Menschen mit einem einzigen Biss töten. Selbst wenn Sie Tiere mögen, wissen Sie: Sie sind nicht allein, wenn Schlangen Ihnen einen Schauer über den Rücken jagen.
Wenn Sie unter Ophidiophobie leiden oder einfach kein Risiko eingehen möchten, während einer abgelegenen Wanderung auf eine giftige Schlange zu stoßen, sollten die beiden US-Bundestaaten, die nicht zum Festland gehören, ganz oben auf Ihrer Reiseliste stehen.
Alaska is too frigid for cold-blooded creatures
Alaska gehört zu den wildesten Landschaften der USA. Der umfassende Bundesstaat verkörpert einige der höchsten Berge des Landes und beeindruckende Nationalparks mit atemberaubenden Ausblicken. Für Naturliebhaber ist es ein Ort, der Träume wahr macht: Tausende Quadratkilometer unberührte Wildnis, die nur selten vom Menschen gestört werden. Alaska ist außerdem dünn besiedelt, sodass man dort wunderbare Einsamkeit in der Natur erleben kann. Und es gehört zu den wenigen Regionen in den USA, in denen es keine Schlangen gibt.
In Alaska gibt es außerdem eine beeindruckende Tierwelt. Bären, Elche, Rentiere, Luchs- und Wölfe zählen zu den faszinierendsten Landsäugetieren. In Küstennähe begegnen Ihnen Meerestiere wie Robben, Wale und Seelöwen. Zahlreiche Vogelarten lassen sich ebenfalls beobachten. Schlangen hingegen sind nirgendwo zu finden. Das Klima Alaskas ist geprägt von kurzen, kühlen Sommern und langen, frostigen Wintern – ideale Bedingungen, die dem Überleben von Schlangen schlichtweg abträglich sind.
Schlangen sind kaltblütig, was bedeutet, dass sie bei kühlen Temperaturen deutlich weniger aktiv sind und ihr Überleben schwerfällt. Da die Sommer so kurz sind, bleibt kaum Zeit für Nachwuchs. Das Klima ist schlicht zu hart für ihr Überleben, was manche Wanderer freut, die in der Alaska-Wildnis keinen glitschigen Gast antreffen möchten. Zwar gab es gelegentlich Berichte über Schlangenbeobachtungen in Alaska, doch stammen diese meist von Exemplaren, die irgendwoher eingeführt wurden, und sie schaffen es in der freien Natur meist nicht lange zu überleben.
Hawaii’s isolation keeps snakes away
Die hawaiischen Inseln liegen rund 2.400 Meilen vom Festland der Vereinigten Staaten entfernt. Durch ihre extreme Abgeschiedenheit gibt es dort nur wenige einheimische Tierarten. Vögel, die weite Flugstrecken zurücklegen können, gibt es in Hawa’i reichlich. Meeresbewohner wie Wale, Haie und Delfine sind ebenfalls häufig zu beobachten. Landsäugetiere hingegen sind selten, und Schlangen gibt es praktisch nicht. Daher gehören die meisten der besten Outdoor-Aktivitäten auf Hawaii sicher zu den schlangenfreien Erlebnissen.
Das einzige einheimische Landsäugetier Hawaiis ist tatsächlich eine Fledermausart. Wildschweine und Mangusten sind zwei Arten von Tieren, die man auf den Inseln wild herumlaufen sieht, aber beide wurden vom Menschen eingeführt. Hawaii besitzt zwar ein Klima, das Schlangen hätte gedeihen lassen, doch Schlangen leben dort nicht aufgrund der extremen Isolation. Nicht nur gibt es keine einheimischen Landschlangen, auch keine einheimischen Landschilde oder andere Landsreptilien.
Meeresschildkröten und Seeschlangen, wie die Gelbbauch-Seeschlange, gehören zwar zu den einheimischen Reptilien, leben aber ausschließlich im Wasser, sodass man ihnen beim Wandern nicht begegnet. Die Brahminy-Blinde Schlange wurde irgendwann in den 1930er Jahren versehentlich auf die Inseln eingeführt. Dieses Tierchen ist so klein und harmlos, dass es oft mit Würmern verwechselt wird. Da Schlangen eine erhebliche Gefahr für das empfindliche Ökosystem von Hawaii darstellen würden, ist der Besitz einer Haustierschlange im Staat gesetzlich verboten.

