Der Buffalo Bill State Park wirkt wie das unterschätzte, jüngere Geschwisterkind eines erfolgreichen älteren Bruders – des Yellowstone-Nationalparks. Während Besucherinnen und Besucher den Toren zum ersten Nationalpark der USA zustreben, lohnt sich eine kleine Umgehung zu diesem oft übersehenen Winkel Wyomings. Der Park liegt etwa 68 Kilometer vom Ost-Eingang des Yellowstone entfernt, entlang der Buffalo Bill Cody Scenic Byway. Buffalo Bill State Park sitzt im Shoshone Canyon am Fuß des Absaroka-Gebirges in den Rocky Mountains. Ähnlich wie die eindrucksvolle Strecke von Denver nach Yellowstone oder der spektakuläre Roadtrip durchs Big Sky Country gehört die Buffalo Bill Cody Scenic Byway zu den landschaftlich reizvollsten Bergstraßen Wyomings.
Neben der beeindruckenden Bergkulisse ist der zentrale Schwerpunkt des Parks der Buffalo Bill Reservoir, geformt durch den Staudamm des Shoshone River, der Windsurfern, Anglern und anderen Wassersportbegeisterten eine attraktive Bühne bietet. Der Park trägt den Namen des Wildwest-Helden William „Buffalo Bill“ Cody, der hier in den 1870er Jahren als Guide für Regierungsvermessungsexpeditionen auftauchte, nachdem er sich als Grenzheld und Showman einen Namen gemacht hatte. Eine wichtige Rolle spielte er bei der Bewässerung und landwirtschaftlichen Entwicklung der Region und gründete 1896 die nahegelegene Stadt Cody.
Großteils gehörte das Parkland rund um den Stausee Cody, von dem der Bundesstaat das Land erwarb, um den Damm zu errichten. Dieser 1910 fertiggestellte Damm war eine technische Meisterleistung seiner Zeit und galt einst als der höchste Damm der Welt. Heute versorgt er das Bighorn Basin mit Wasser und elektrischer Energie. Das Areal ist das ganze Jahr über geöffnet. Im Frühling lohnt sich der Besuch, um die farbenfrohe Wildblumenpracht entlang der Canyonlandschaft zu bewundern. Im Sommer bietet der See ausgezeichnete Möglichkeiten für Wassersport, und im Winter laden die verschneiten Hänge zum Skilanglauf oder Schneeschuhwandern ein.
Wassersportaktivitäten im Buffalo Bill State Park
Mit dem Stausee als Mittelpunkt, an dem sich der Nord- und der Südarm des Shoshone-Flusses treffen, finden sich hier die meisten Aktivitäten auf dem Wasser. Die Gegend ist aufgrund der starken Winde ein beliebtes Ziel für Windsurfer, und es gibt mehrere Bootsrampen für Kajaks, Stand-Up-Paddling oder Angler, die einfach nach einem ruhigen Plätzchen zum Forellen-, Karpfen-, Wels- oder Barschangehen suchen.
Der Buffalo Bill Dam und das Visitor Center lohnen ebenfalls einen Besuch, wenn Sie mehr über die Geschichte und den Bau des Damms erfahren möchten, der auch im National Register of Historic Places gelistet ist. Der Eintritt ist frei, und das Zentrum öffnet täglich vom 1. Mai bis 30. September. Von dort aus kann man über den gesamten Damm spazieren und den eindrucksvollen Abfall von rund 85 Metern zur Flussenschlucht auf der einen und dem Stausee auf der anderen Seite bestaunen. Im Besucherzentrum zeigt sich zudem ein kurzer Film, und man kann die Ausstellungen besichtigen.
Eine weitere Option ist der Buffalo Bill Dam via dem Hayden Arch Bridge Trail, besser bekannt als der „Dam Trail“. Diese einfache 4,3 Meilen lange Hin- und Rückwanderung führt vom Besucherzentrum durch Schluchten und am Flussufer entlang mit spektakulären Aussichten und tollen Fotomöglichkeiten. Der Weg ist größtenteils asphaltiert und barrierefrei zugänglich. Wer eine leichtere Alternative bevorzugt, dem ژ empfiehlt sich der Eagle Point Trail, eine kurze 1,5-Meilen-Spaziergang am Ufer entlang, wo man an malerischen Picknickplätzen am Ufer eine Rast einlegen kann.
Camping und Wandern im Buffalo Bill State Park
Die ruhige Uferlinie und die umliegenden Berge machen den Buffalo Bill State Park bei Campern und Wanderern besonders beliebt. Mit zwei Haupt-Casmpingplätzen – dem North Fork Campground und dem Lake Shore Campground – bietet der Park für jedes Komfortniveau etwas. Der North Fork Campground liegt am Westufer des Stausees, ist von Mai bis September geöffnet und verfügt über 60 Stellplätze für Wohnmobile und Zelte. Der Lake Shore Campground auf der Nordseite des Wassers ist weniger gut erschlossen, aber ganzjährig geöffnet und bietet 37 Stellplätze. Es empfiehlt sich, Stellplätze im Voraus zu reservieren. Die Kosten belaufen sich auf ca. 32 USD pro Nacht für Nicht-Einwohner und ca. 18 USD für Einheimische. Tageskarten pro Fahrzeug belaufen sich auf rund 12 USD für Nicht-Einwohner und etwa 7 USD für Einheimische.
Rund um den See finden sich Berge in alle Richtungen, weshalb Wandern die beste Methode ist, die Panoramaansichten über den Stausee und die umliegende Landschaft zu genießen. Wer gerne Wildtiere beobachten möchte, wird hier ebenfalls fündig – eine Eigenschaft, die den Park mit dem weniger bekannten Bear River State Park Wyomings teilt. Anders als in vielen größeren Parks existiert hier kein dichtes Trailsystem; das Wandern in den Bergen kann durchaus anspruchsvoll sein. Cedar Mountain zählt zu den bekanntesten Wanderzielen der Region. Von den kargen Hängen aus führt die Route zu hohen Plateaus mit weiten Blicke sowie geologischen Besonderheiten wie Senkkuppen und Höhlensystemen. Rattlesnake Mountain ist anspruchsvoller, belohnt aber mit herausragenden Ausblicken und der Chance, Elche, Maultierhirsche, Antilopen, Kojoten und Bären zu sehen. Wer in diese Bergwelt aufbricht, sollte genügend Wasser, Sonnenschutz und gegebenenfalls Bärenspray dabeihaben.

