Begrenzt von Wald- und Seenlandschaften sowie einer ausgedehnten Küste, die von Inselarchipelen gesäumt wird, gehört Schweden zu den aufregendsten Zielen für Abenteuerlustige und Naturliebhaber. Die Freiheit, die Natur zu erkunden, oder Allemansrätten, macht das Land noch attraktiver. Ein Großteil dieser wilden und wunderbaren Landschaft ist in Schwedens 31 Nationalparks geschützt und zugänglich – und alle Parks sind kostenfrei zu betreten. Einer davon ist der Skuleskogen-Nationalpark, doch jeder Park lässt sich frei erkunden.
Der Park liegt im Landkreis Västernorrland, an der Bottnischen See, rund 500 Kilometer nördlich von Stockholm. Die Region gehört zur Höga Kusten, einem UNESCO-Welterbe, das als seltenes Beispiel dafür gilt, wie sich die Erdkruste hebt, nachdem die Gletscher ihre Last abgeworfen haben. Im Laufe der Zeit ist das Gelände hier um etwa 285 Meter gestiegen, wodurch eine wunderschöne Küstenlandschaft mit versteckten Höhlen und tiefen Schluchten entstanden ist, während vor der Küste tausende felsige Kleininseln – sogenannte Skerries – liegen. Diese Verschiebung hat hochliegende, freiliegende Felsstufen und steile Hänge hinterlassen, lange Zeit von uralten Fichtenwäldern bedeckt. Bäche schlängeln sich die Hänge hinab, und eine Moosdecke sowie freiliegende Wurzeln bedecken den Waldboden.
Die Landschaft hier lädt zum Erkunden ein – und das geht dank mehrerer Wanderwege durch den Park besonders gut. Milderes Wetter und längere Tage (bis zu 19 Stunden Tageslicht im Juni) machen die Monate April bis Oktober zur besten Reisezeit. Wie die meisten Nationalparks ist Skuleskogen im Sommer stark besucht, weshalb es mitunter schwieriger sein kann, einen Parkplatz zu finden. Dennoch ermutigt der Reiseführer Rick Steves Besucher dieser europäischen Region trotz der Menschenmassen. Die Anreise mit dem Auto bleibt die einfachste Option, doch es gibt auch Busverbindungen von Örnsköldsvik und Härnösand, die zudem per Zug aus Stockholm erreichbar sind.
Wandern im Skuleskogen-Nationalpark
Für alle, die sich gelegentlich verfahren könnten, ist beruhigend zu wissen, dass das Wegnetz im Skuleskogen gut ausgeschildert ist. Der gewünschte Wanderweg bestimmt, welcher der drei Parkeingänge genutzt wird. Für Karten oder weitere Informationen liegt der 5 Kilometer entfernte Naturum Höga Kusten-Vesucherzentrum; erreichbar mit dem Bus Nummer 50 von Härnösand nach Örnsköldsvik.
Der 135 Kilometer lange Höga Kusten Trail – eine der zwölf markanten Routen Schwedens – ist in neun Abschnitte unterteilt, von denen einer durch Skuleskogen führt. Die etwa 7,4 Kilometer lange Etappe verläuft zwischen Nord- und Süd-Eingang und bietet eine anspruchsvolle, aber lohnende Morgentour. Sie führt hinauf zum Slåttdalsberget, dem hohen Bergrücken mit Blicken über die Höga Kusten. Sie passiert auch Slåttdalsskrevan, die tiefe Felsspalte, die den Rücken in zwei Abschnitte teilt. Die Spalte ist rund 200 Meter lang, etwa 7 Meter breit und rund 30 Meter tief und gilt als das bekannteste Wahrzeichen des Parks, auch wenn das Durchqueren heute aufgrund herabfallender Felsen nicht mehr empfohlen wird.
Weitere Wege reichen von gemütlichen Küstenwanderungen bis zu steileren Waldpfaden. Die hohen Aussichtspunkte machen den Ort zu einem idealen Ort, um den Sonnenaufgang zu beobachten; die frühen Morgenstunden eignen sich besonders gut, um Elche und Füchse zu sichten oder dem Zwitschern der Morgenstunde zuzuhören. Die Sommer können zwar mild sein (etwa 15–20 °C), doch das Wetter kann sich rasch ändern, und der küstennahe Wind verstärkt die Kälte. Es lohnt sich, eine wasserabweisende Jacke, mehrere Schichten Kleidung, ausreichend Wasser und Snacks im Rucksack zu haben.
Where to stay in and around Skuleskogen National Park
Falls Sie eine Nacht im Skuleskogen planen, gibt es je nach Jahreszeit mehrere Optionen. Vom 1. Mai bis zum 30. September ist Zelten nur auf ausgewiesenen Campingplätzen gestattet. Dank des Allemansrätten haben Sie außerhalb dieses Zeitraums mehr Freiheit, woanders zu zelten – der gesunde Menschenverstand zählt. Zudem gibt es sechs Hütten, ganzjährig geöffnet, und das Beste daran: Die Campingplätze und Hütten sind kostenlos – keine Genehmigungen oder Reservierungen nötig.
Der Winter im Park erfordert einige Tricks, um beim Campen warm zu bleiben: ein gemütlicher Schlafsack, und statt Wanderschuhen Ski oder Schneeschuhe. Die Kiefernwälder im Parkzentrum eignen sich besonders gut für das Backcountry-Skifahren, denn die Landschaft verwandelt sich in eine Winter-Wildnis aus gefrorenen Seen und schneebedeckten Bäumen. Skier und anderes Equipment kann man bei Fritidsbanken in Örnsköldsvik ausleihen.
Außerhalb des Parks finden Sie Unterkünfte in Docksta, nur wenige Kilometer entfernt – ideal, um zu den West- und Süd-Eingängen zu gelangen. Docksta Hotell ist ein kleines, hundefreundliches Hotel mit einem Außen-Whirlpool – ein klassisches schwedisches Erlebnis. Wer näher zum Nord-Eingang bleiben möchte, sollte Kajkanten in Köpmanholmen ausprobieren, ein B&B etwa 15 Autominuten nördlich. In einer schönen Lage direkt am Meer gelegen, eignet sich das Hotel auch nach dem Höga Kusten Trail; das hauseigene Restaurant sorgt dafür, dass Sie Fisch und Chips nicht weit gehen müssen. Neben komfortablen Zimmern für Wanderer gibt es auch 15 Gastplätze für Ankommende mit Boot.