In 2018, der Online-Zugbuchungsdienst Loco2 führte im Auftrag von Rail Europe Europas ersten umfassenden Vergleich von Bahnbetreibern durch und untersuchte dabei die Frage, welcher Betreiber die Bedürfnisse unterschiedlicher Reisender am besten erfüllt. Die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) erreichten dabei den Gesamtsieg und führten in den Kategorien Familie, Barrierefreiheit, Radfahrer und Wintersport mit starken Auftritten in Bereichen wie Sicherheit und Nachhaltigkeit. Sieben Jahre später hat sich der europäische Bahnmarkt stark gewandelt – doch das Schweizer Bahnnetz bleibt weiterhin führend und beeindruckend.
Obwohl der Umfang der Studie geringer war, kam eine Erhebung der Kampagnenorganisation Transport and Environment (T&E) im Jahr 2024 dennoch zu einem ähnlichen Ergebnis: Die SBB belegte den zweiten Gesamtrang, während Trenitalia die Spitze übernahm. Dennoch gilt auch heute noch das Mund-zu-Mund-Propaganda-Phänomen sowie Bewertungen auf Webseiten und in sozialen Medien: Die Schweizer Züge gelten als die besten Europas – nicht zuletzt wegen ihrer Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit.
Aber es ist nicht nur die Pünktlichkeit, die das Schweizer Bahnsystem zu einem herausragenden Beispiel für europäischen öffentlichen Verkehr macht. Die Schweiz bietet die landschaftlich spektakulärsten Bahnstrecken Europas, ein erstaunliches Fahrplan-System, exzellenten Kundenservice und hervorragende Verbindungen selbst in kleinsten Dörfern. Es gibt zahlreiche Gründe, warum das Schweizer Bahnnetz als besonders herausragend gilt.
Trains are a fundamental part of daily life
Ein Grund für den Erfolg des Schweizer Bahnnetzes liegt darin, dass es fest in das alltägliche Leben der Schweiz eingebunden ist. Trotz der zerklüfteten, bergigen Landschaft ist das Bahnsystem außerordentlich weit verzweigt, und fast jede Ecke des Landes – von Bergdörfern bis zu tiefen Tälern – ist mit der Bahn erreichbar. Eine bemerkenswerte Vielfalt an technologischen Innovationen und ingenieurtechnischen Meisterleistungen, von Zahnradbahnen und Standseilbahnen bis zu Luftseilbahnen und Tunneln, stellt sicher, dass nirgendwo in der Schweiz Abgeschiedenheit herrscht.
Die Zahlen verdeutlichen die beeindruckende Bedeutung des Bahnverkehrs in der Schweiz. Die Schweizer legen durchschnittlich mehr als 2.000 Kilometer pro Jahr mit dem Zug zurück. Das Netz ist global gesehen das dichteste, was in einem so kleinen Land kaum überrascht, und mit rund 5.300 Kilometern Gleis gehört es zu den umfangreichsten Netzen der Welt. Die Schweiz beherbergt den längsten Eisenbahntunnel der Welt, den Gotthard-Basistunnel, der sich über 57 Kilometer erstreckt, sowie den höchstgelegenen Bahnhof Europas, Jungfraujoch, bekannt als Top of Europe, der ungefähr 3.450 Meter über dem Meer liegt.
Natürlich darf man die Pünktlichkeit der Schweizer Züge nicht außer Acht lassen. Die Züge fahren pünktlich – Punkt. Verspätungen sind kaum vorstellbar, was maßgeblich dem Taktsystem geschuldet ist, einem regelmäßigen Stunden- oder Halbstundentakt, bei dem Züge an jeder Haltestelle stets zur gleichen Minute erscheinen oder abfahren, und mindestens ein Zug pro Stunde in mindestens eine Richtung unterwegs ist. Die Zeit im Netz ist etwas ganz Besonderes, nicht zuletzt dank der ikonischen Schweizer Bahnhofsuhr. Jede Uhr ist so konstruiert, dass eine Minute tatsächlich 58,5 Sekunden dauert, bevor sie auf ein Signal aus dem Zürcher Hauptbahnhof wartet und dann weitertickt, um eine vollkommen synchronisierte Zeitmessung zu gewährleisten.
Unbeatable views and audacious thrill rides
Einer der Hauptgründe, warum Menschen in die Schweiz reisen, sind die außergewöhnlichen Berglandschaften. Die atemberaubenden Aussichten der Schweizer Alpen gehören zu den schönsten und spektakulärsten Bergpanoramen der Welt, und egal, ob Sie Skifahrer, Wanderer oder einfach Naturbegeisterter sind – eine Reise in die Schweiz ist kaum zu übertreffen, wenn es darum geht, in die herrliche Natur einzutauchen. Eine der besten Arten, dies zu erleben, ist die Fahrt mit dem Zug!
Die glanzvolle Glacier-Express-Route gehört zu den weltweit besten Bahnreisen und schlängelt sich von Zermatt nach St. Moritz durch Brücken, Tunnel und endlose Alpenlandschaften. Die Panoramafenster des Zugs eröffnen unvergleichliche Blicke, einschließlich des ikonischen Matterhorns. Die Golden-Pass-Route mag etwas weniger dramatisch erscheinen, ist aber genauso schön: Sie führt Passagiere von Luzern nach Montreux durch reizvolle Blumenwiesen und vorbei an glitzernden Alpenseen.
Ein Schweizer Bahnabenteuer ermöglicht zudem, die innovativen und bemerkenswerten, maßgeschneiderten Lösungen kennenzulernen, mit denen Schweizer Ingenieure Berge und Täler der Alpen mit dem Hauptnetz verbinden. Zahnradbahnen machen einen großen Teil des Schweizer Netzes aus, etwa Strecken wie von Vitznau zur Rigi, Europas erster Bergbahn, sowie die Zahnradbahn zum Mount Pilatus, die weltweit steilste Bahnstrecke sein soll. Die Bahn von Lake Brienz zu den Giessbach-Wasserfällen wird vollständig von Wasserkraft angetrieben und gehört zu den ältesten Standseilbahnen der Welt, während die eindrucksvolle Niesenbahn, berühmt geworden durch James Bond, zu den längsten Seilbahnen der Welt zählt.

