„Puchheim – Stadt und Land miteinand“, so lautete das Motto des diesjährigen Lyrik-Wettbewerbs in Puchheim. Sechs Plätze waren insgesamt zu vergeben, erstmals wurde der Wettbewerb in zwei Kategorien ausgetragen.

Im Rahmen der Puchheimer Kulturale fand am 07. Juli 2019 die Preisverleihung des diesjährigen Lyrik-Wettbewerbs am Grünen Markt in Puchheim statt. In einer eigenen Kategorie „Jugend“ konnten sich Jungschriftsteller unter 18 beweisen. Dass selbst die Kleinen schon lyrische Fähigkeiten haben, zeigten die drei Siegerinnen.
Der dritte Platz, ein Gutschein im Wert von 40 Euro für die Genusszentrale ging an die 14-jährige Joséphine Chanson. Die zweitplatzierte, Lara Hipeli, konnte wegen schwerer Erkrankung den Preis nicht persönlich entgegennehmen, schickte aber Schwester Bianca, die sich für ihre große Schwester über einen 60 Euro-Gutschein für das Puchheimer Kulturzentrum freuen konnte.
Die Erstplatzierte der Jugend-Kategorie war gleichzeitig auch die jüngste Teilnehmerin. Mit ihren 10 Jahre verlas Hanna Uhlenbrock das Siegergedicht über die Vielfalt Puchheims und erntete von den Besuchern verdienten Applaus. Damit hat sie wohl das Schreibtalent ihres Großvaters geerbt, der vor zwei Jahren den Wettbewerb gewann. Organisatorin Ramona Fruhner-Weiß freute sich sehr, dass sich die „Jugend außerhalb der Schule lyrisch betätigt und sich Gedanken über den eigenen Heimatort macht“. Eine weitere Überraschung gab es im Bereich der Erwachsenen-Kategorie. Hier nahmen neben den beiden Vorjahressiegern auch Stadträte und viele Neulinge am Wettbewerb teil.
Mit einem gemeinsamen Gedicht über Unterschiede und Gemeinsamkeiten von Puchheim-Ort und Puchheim-Bahnhof ergatterten sich Nicola Bräunling, Beate Grüner und Christine Scholz den ersten Platz. „Gemeinsam gedichtet, jetzt dürfen Sie auch gemeinsam in Urlaub fahren“, übergab die ehemalige Stadträtin und Referentin für Kultur und Volksbildung der Gruppe „Puchheim connected“ den Gutschein in Höhe von 250 Euro vom DER Reisebüro. „Aus Puchheim möchten WIR nicht mehr fort“ lautet das Happy-End des Siegergedichts.
Auch die Zweitplatzierte, Christa Wittermann, scheint gerne in Puchheim zu leben. Sie beschreibt in ihrer Mischung aus Kreuz- und Paarreim die ergänzende Infrastruktur von Stadt und Land und trifft damit hervorragend das Motto des Wettbewerbs. Indem sie ihre Puchheim Bahnhof-Wurst auf Puchheim-Bahnhof-Brot legt verknüpft sie während des Gedichts fortlaufend die beiden Ortsteile und erhält dafür einen PUC-Gutschein in Höhe von 100 Euro.
Die Siegerreihe komplettiert der 86- jährige Wendelin Rasenberger aus Eichenau, der als Mitglied des Seniorenschreibtischs seinen Arbeitssitz in Puchheim hat und damit teilnahmeberechtigt ist. „Mit einem brillianten Dichter-Schreibstil“, wie Fruhner-Weiß bemerkt, „schafft er es, dem Leser die Atmosphäre Puchheims bei einem Spaziergang nahe zu bringen“. Das Jury-Team stellten neben ihr noch die Leiterin der Stadtbibliothek Puchheim, Petra Droll, der Vorsitzende des Seniorenschreibtischs, Manfred Meier sowie der Vorsitzende des Seniorenbeirats, Dr. Karl-Heinz Türkner.
Die Sieger-Gedichte werden auf der Homepage der Stadt Puchheim veröffentlicht und sollen im nächsten Buch des Seniorenschreibtischs, das alle zwei Jahre herausgegeben wird, abgedruckt werden.
Bericht: Ramona Fruhner-Weiß
Der Sieger: Das Biertischgedicht
Die einen hier, die anderen dort,
die einen Stadt, die anderen Ort.
Es gibt so manches, was uns trennt.
Zwei Wehren kommen, wenn es brennt.
Im Ort kann man alles im Dorfladen kaufen,
in Bahnhof muss man ewig durch Straßen laufen.
Per Auto fährt die Stadt zum Einkauf auf die Schnelle,
in Ort geht´s mit dem Radl zur Milchtankstelle.
Die Ortler sind meist recht zufrieden,
in Bahnhof scheint man unentschieden.
Doch all dies sind eigentlich nur Kleinigkeiten,
uns verbinden viel mehr Gemeinsamkeiten.
Es wachsen beide Stadtgebiete,
es steigt immens die Wohnungsmiete.
Wer bauen will, tut dies sehr schick,
es fehlt schon bald der Überblick.
Straßen und Busse stehen bereit,
uns zu verbinden in kürzester Zeit.
Gar viel Gutes gibt´s international zu essen,
das Bayerische Wirtshaus ist jedoch fast vergessen.
Den Maibaum gibt´s mal dort, mal hier,
mit Spaß, Musik und guadm Bier.
So kommen wir doch zum Entschluss,
dass wenig geändert werden muss.
Wenn alle ein wenig zusammenhalten,
ist die Stadt gleich nicht mehr gespalten.
Und wenn wir das Ofenrohr dann auch noch dreh´n,
können wir sogar von einem zum anderen seh´n.
Dann heißt es ganz sicher ob in Stadt oder Ort:
Aus Puchheim möchten WIR nicht mehr fort!!
Autoren: Nicola Bräunling, Beate Grüner und Christine Scholz
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